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Allgemeines
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Informationen
Wirtschaftsstandort Aurich - wo Wachstum Programm ist Aufgrund der geografischen Lage in der Mitte der ostfriesischen Halbinsel ist Aurich für Verwaltung und Gerichte, die medizinische Versorgung und die Aus- und Weiterbildung, aber auch als Kultur- und Einkaufsstadt ein wichtiges Mittelzentrum. Die verkehrstechnische Infrastruktur wird laufend angepasst, um mit der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung und dem damit verbundenen Mobilitäts- und Transportbedarf gerecht zu werden. In den vergangenen Jahren wurden Verbindungsstraßen gebaut, um die Erreichbarkeit Aurichs und die innerstädtische Struktur weiter zu verbessern. Seit 2008 sorgt eine Betriebsgesellschaft unter Beteiligung der Stadt und der Wirtschaft für praxisgerechte Lösungen beim Gütertransport per Bahn. Auf der Strecke vom Gewerbegebiet Nord (Tannenhausen/Sandhorst) zum Seehafen Emden werden täglich Gütermengen transportiert. Eine weitere Verbindung zum Meer und den Binnenwasserstraßen stellt der Ems-Jade-Kanal Richtung Emden und Wilhelmshaven dar. Bildung und Ausbildung Reilschule Aurich In Aurich sind von der Grundschule über Realschule, Integrierte Gesamtschule und das Gymnasium bis hin zu Berufsbildenden Schulen viele Schulformen vorhanden. So ist auch die Freie Waldorfschule in Aurich ansässig. Die Hochschulstandorte Emden/Leer sowie Wilhelmshaven und Oldenburg mit einem vielfältigen Angebot an technischen, wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen sowie medizinischen Studiengängen sind ganz in der Nähe. KVHS Aurich Die Kreisvolkshochschule am Standort Aurich ist eine der umfassendsten Weiterbildungseinrichtungen in der deutschen Volkshochschullandschaft. Ein vielseitiges Kurs- und Lehrprogramm, Weiterbildungsangebote sowie berufliche Qualifizierungen und Ausbildungen in mehreren Berufsfeldern und Ausbildungsberufen gehören zum Angebot. Mit ihren Projekten der beruflichen Bildung geht die Kreisvolkshochschule auf die arbeitsmarktrelevanten Entwicklungen ein. Nähere Informationen unter https://www.kvhs-aurich.de . Sport und Kultur Sparkassenarena Für den Schul- und Vereinssport stehen mehrere Sportstätten und Sportplätze zur Verfügung. Das Freizeitangebot in Aurich ist vielfältig, genannt seien hier z. B. das Familien- und Wohlfühlbad "De Baalje" sowie die Skatehalle Aurich. In der multifunktionalen Sparkassen-Arena finden neben großen Sportevents, kulturellen Veranstaltungen und Messen auch Konzerte statt. In der Stadthalle Aurich finden regelmäßig Veranstaltungen der Landesbühne, Comedy, Musicals, Kabarett und Theateraufführungen statt. Für nähere Informationen wenden Sie sich an die Kulturabteilung der Stadt Aurich unter Tel. 04941/12-18 10 oder werfen Sie doch mal einen Blick in den Veranstaltungskalender.
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Friedrich Schwiening Friedrich Schwiening (1882 - 1924) Der Bürgermeister mit der längsten Amtszeit von 42 Jahren war Friedrich Schwiening. Man wollte von vornherein einen ausgebildeten Juristen als Bürgermeister haben. Das Wahlgremium aus den Herren Dr. med. Wolfes, Rechtsanwalt Seckels, den Apothekern Meins und Rassau, dem Weinhändler Winter und dem Kaufmann Eiben entschied sich einstimmig für den 31jährigen Assessor Friedrich Schwiening aus Göttingen. In ihm glaubte man die guten preußischen Beamtentugenden wie Fleiß, Eifer, Fachkenntnisse und Ordnung zu finden. Hinzu kam, dass ihm die bisherigen Vorgesetzten eine "schnelle Auffassungsgabe, taktvolles Verhalten und gefällige Umgangsformen" bescheinigten. Es stellte sich heraus, dass man in allen diesen Punkten recht behalten hatte. Schwiening war 1851 in Springe als Sohn eines späteren Amtsgerichtsrates geboren. Nach dem Jurastudium war er Referendar an verschiedenen Gerichten in Einbeck, Hannover, Otterndorf, Göttingen und Lüneburg gewesen. Zur Zeit seiner Bewerbung war er Assessor beim Amtsgericht Göttingen. Am 8. Dezember 1881 wurde die Einstellung Schwienings als Bürgermeister von Aurich vom Innenministerium in Berlin bestätigt. Senator Winter nahm ihm am 5. Februar 1882 den Eid ab. Schwienings Amtszeit fiel in eine für Deutschland glückliche Zeit, als die sozialen Unruhen am fernab gelegenen Aurich vorbeigingen. Die Entwicklung Aurichs ging langsam und ohne besondere Vorkommnisse vonstatten. So wurde 1889 ein Schlachthaus errichtet, 1894 ein Krankenhaus, 1897 die Lambertischule, 1910 das Gaswerk sowie 1911 das Wasserwerk. 1914 wurde kurz vor Kriegsbeginn das Sparkassengebäude neben dem Rathaus gebaut, dieses selbst war schon einige Jahre zuvor renoviert worden. Trotz des Bürgermeisteramtes fand Schwiening Zeit für andere Ämter, die mit seinem Bürgermeisterposten zu tun hatten. So war er Abgeordneter im Provinziallandtag und seit 1886 auch Landschaftsrat der Ostfriesischen Landschaft. 12 Jahre später wurde er sogar nebenamtlich Syndikus der Ostfriesischen Landschaft. Im Alter von 40 Jahren heiratete er die Ostfriesin Henriette Tannen. Auch in der Politik war Schwiening ein Mann der gezügelten Handlungen. Bei seinem Eintritt ins Berufsleben bezeugten seine Vorgesetzten, er sei "in politischer Beziehung nicht hervorgetreten". Dies blieb so bis zu seiner Pensionierung. Noch als Ruhestandsbeamter konnte er 1933 in einem Fragebogen der nationalsozialistischen Regierung auf die Frage nach einer früheren Parteizugehörigkeit "keine" eintragen. Am 26. September 1924 wurde Schwiening in den Ruhestand versetzt. Er war damals bereits 73 Jahre alt. Am 22. Mai 1935 verstarb er in Aurich.
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Bole Hayen Bole Hayen (1608 - 1620) Bole Hayen (auch Bohle Hajen oder Bohle vom Felde genannt) musste sein Amt mit jeweils drei anderen Kollegen teilen. Die anderen Bürgermeister hießen Heinrich Evers (1608-1618), Stephan Evers (1618-1622), Burchart Strüwing (1591-1620) und Hinrich Erpenbeck (1608-1617). Der Grund für die vierfache Besetzung des Bürgermeisterpostens ist nicht genau zu sagen. Es scheint aber ein Zusammenhang mit der damaligen angespannten politischen Lage in Ostfriesland zu bestehen: Streit zwischen dem vom reichen Emden beherrschten Landtag und dem Grafen. Graf Enno III. hatte den Landtag, die Vertretung der Stände, zu einer Tagung nach Aurich einberufen. Dem widerstrebte Emden mit allen Mitteln. Zunächst "verbot" der Magistrat von Emden den Delegierten in ganz Ostfriesland, zu diesem Landtag nach Aurich zu fahren. Als man hörte, dass doch einige Ständevertreter nach Aurich unterwegs waren, befahl man kurz entschlossen einen Überfall auf die friedliche Stadt. Zu diesem Zeitpunkt befand sich dort nicht einmal der Graf, geschweige denn eine gräfliche Truppe. Am 10. September 1609 trafen 600 Mann der Emder Garnison vor Aurichs Wällen ein. Dort belagerte man die Stadt drei Tage lang. Was dann passierte, berichtete ein Augenzeuge jener Tage. Nach der dreitägigen Belagerung hätten die Emder an einer Stelle das Wasser im Graben abgeleitet und sich so einen Durchgang verschafft: "Dahero die Wallen mit gnugsamer Macht unbesetzet gewesen, sind die Emder durch die Graben über den Wall gefallen, haben einige Borger wie auch den Bürgermeister Bole Hayen geschlagen, die Thore geöffnet, und also mit gantzem Hauffen die Statt occupiret." Im Laufe dieser Occupation waren die Soldaten auch in das Haus der Kanzlei (heute: Historisches Museum) eingedrungen, wo die Akten des Gräflichen Hauses gelagert waren. Die Krieger raubten die meisten Schriftstücke und schafften sie in mehreren Pferdefuhrwerken nach Emden. Noch bis zum 10. Februar dauerte die Besatzung Aurichs durch die Emder. Schließlich schickten die Niederländer 100 Mann ihrer in Emden liegenden Truppen und die Emder zogen nach Greetsiel, um dieses zu besetzen. Bole Hayen war noch bis 1620 in seinem Amt. Mit den großen Erfolgen, die sich Emden in diesem letzten Jahrzehnt erwarb, konnte das kleine Aurich nicht mithalten. Immerhin nutzte auch Aurich die Schwäche des Grafen aus, um sich einige kleine Vorteile zu verschaffen. Man reichte eine lange Liste mit "Gravamina" (Beschwerden) ein. Eines gestand der Graf den Aurichern zu: Sie waren nicht mehr gezwungen, Hofdienste zu leisten, sondern konnten diese durch eine Geldzahlung abgelten!
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Karl Anklam Karl Anklam (1924 - 1933 und 1945 - 1946) Als nach dem jahrzehntelangen soliden Wirken des Patriarchen Schwiening ein neuer Mann für das Bürgermeisteramt gesucht wurde, wünschte man sich in den schwieriger gewordenen Zeiten eine Figur, die imstande war, die bedrohenden Nachkriegsverhältnisse zu lösen. Es sollte jemand sein, der sich durch Tatkraft und Dynamik auszeichnete. Unter den 55 Bewerbungen wurde der 41jährige Dr. jur. Karl Anklam aus dem Pommernland ausgewählt. Anklams bisherige Laufbahn hatte ihn durch verschiedene Verwaltungsstellen geführt: Hilfsarbeiter bei den Kreisverwaltungen von Guben und Landsberg, 1913 Bürgermeister der kleinen Stadt Damgarten und 1919 von der Stadt Rügenwalde. Seine Amtsführung in Aurich war ohne Tadel. Die anstehenden Aufgaben löste Anklam mit großem Engagement. Auf Ressentiments stieß jedoch bald in dem eher konservativen Aurich seine politische Tätigkeit. Denn er erwies sich nicht nur als überzeugter Republikaner, er wirkte auch aktiv für die Deutsche Demokratische Partei (später Deutsche Staatspartei) und das Reichsbanner. Die Nationalsozialisten (wie auch die Kommunisten) griff er mit außerordentlich scharfen Worten an. Die kämpferischen Zitate aus seinen Reden, Schriften und Leserbriefen füllten nach 1933 ganze Seiten von Anklagen. Eine lächerliche Affäre führte zum Sturz des von den Nationalsozialisten gehassten Bürgermeisters. Dr. Anklam musste im Sommer 1933 Aurich verlassen. In den Jahren bis 1945 musste er untergeordnete Tätigkeiten ausführen. Ein beruflicher Wiederaufstieg wurde ihm durch äußerst negative Beurteilungen des neuen Bürgermeisters von Aurich verwehrt. 1945 war Anklam 62 Jahre alt. Jann Berghaus, sein alter politischer Freund, der inzwischen wieder zum Regierungspräsidenten ernannt war, berief seinen Kampfgefährten wieder zum Bürgermeister. Aber als 1946 die neue zweigleisige Verwaltungsstruktur nach britischem Vorbild eingeführt wurde, musste sich Anklam zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden: dem politischen, ehrenamtlichen, aber verhältnismäßig einflusslosen Bürgermeister oder dem unpolitischen, hauptamtlichen Stadtdirektor. Dem engagierten Mann fiel die Wahl schwer. Sein Ideal war eben der politische Verwaltungsbeamte. So trat er aus dem Staatsdienst zurück. Sein Nachfolger als Bürgermeister wurde der Einzelhandelskaufmann Hermann von Schleusen. Am 1. Januar 1961 starb Karl Anklam. Sein Grab befindet sich auf dem Auricher Friedhof. Vor einigen Jahren wurde nach ihm der Bürgermeister-Anklam-Platz benannt. Eine späte Ehrung!
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