Aktuelles

Muttertag anders gedacht

Am 9. Mai ist Muttertag. Aus diesem Anlass haben die Gleichstellungsbeauftragten der Städte Aurich, Emden, Leer und Norden eine gemeinsame Pressemitteilung verfasst, die sich mit der Situation von Müttern in der Pandemie befasst. Ihr Fazit ist:

Mütter tragen die Hauptlast der Corona-Krise, sie sind am Limit!
Mütter brauchen ZEIT zur Regeneration!
Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind groß zu ziehen!
Es ist eine gesellschaftliche Aufgabe, Fürsorgearbeit auf viele Schultern zu verteilen!


Die Pressemitteilung können Sie hier nachlesen.

Hebammenarbeit in der Pandemie

Für eine gute Geburtshilfe in der Krise und in Zukunft

Am 05. Mai ist der Internationale Tag der Hebammen. In diesem Jahr geht es darum, die Auswirkungen der Pandemie auf die Geburtshilfe sichtbar zu machen und Lösungen zu finden, die trotz aktueller Einschränkungen und Gefahren das Infektionsrisiko minimieren und gleichzeitig eine adäquate und wertvolle Familienunterstützung gewährleisten.

Der Hebammentag findet bereits seit 1991 am 5. Mai statt. 2021 ist er von besonderer Bedeutung, da es das Internationale Jahr der Hebammen und Pflegenden ist. Pandemiebedingt wird es jedoch keine Feierlichkeiten oder Aktionen geben.

In Aurich findet jedoch am 10.05.2021 eine Online-Veranstaltung der Elterninitiative Mother Hood e. V. statt, zu der (werdende) Eltern und Hebammen aus der Region herzlich eingeladen sind. Mehr erfahren

31. Auricher Frauenwochen

Frauen sind systemrelevant! 31. Auricher Frauenwochen werden zur Frauensaison und starten mit neuem Konzept!  

Wie erleben Frauen in Aurich die Pandemie? Was hat sich dadurch in ihrem Leben, im Beruf und in der Familie geändert? Diese Fragen stehen im Zentrum der 31. Auricher Frauenwochen.

In der aktuellen Krise zeigt sich wieder einmal deutlich, dass wir uns auf die Frauen verlassen müssen und das auch können: Sie engagieren sich in den Familien und in den helfenden und sozialen Berufen. Sie halten somit die Menschen in der Gemeinschaft zusammen. Das ist die Basis unserer Gesellschaft. Kaum bemerkt von der Öffentlichkeit sorgen hauptsächlich Frauen dafür, dass der Alltag reibungslos klappt. Trotz der unterschiedlichen und zum Teil widersprüchlichen Anforderungen managen sie den Alltag oft bis an die Belastungsgrenzen und manchmal auch darüber hinweg. Doch wie wird dieser Einsatz in der Öffentlichkeit wahrgenommen und wo müssen Weichen anders gestellt werden? Diese Fragen stehen im Zentrum der 31. Auricher Frauenwochen.

Frauen sind in den Positionen, in denen Entscheidungen über Rahmenbedingungen getroffen werden, kaum vertreten. Das führt dazu, dass ihre Lebensrealität und ihre Interessen nicht angemessen berücksichtigt werden. Das lässt sich an vielen Beispielen aufzeigen. Die Arbeitsgemeinschaft Auricher Frauen greift diese Komplexität der Lebenswirklichkeit von Frauen auf und bringt sie in den Mittelpunkt der Gesellschaft.

Nachdem die 30. Auricher Frauenwochen im März 2020 pandemiebedingt abgebrochen werden mussten, stehen nun die Erfahrungen und Auswirkungen dieser extremen Zeit im Zentrum der aktuellen Frauensaison. Die Netzwerkerinnen haben ein neues Konzept entwickelt, das sie auf ihrer neu gestalteten Internetseite vorstellen. Dort finden sich umfangreiche Informationen zu den Themen Frauen und Gesundheit, Geburt, Gewalt, Erwerbstätigkeit, Familie, Politik, Bildung und Kultur sowie Nachhaltigkeit. Für jeden Themenkomplex sind örtliche Ansprechpartnerinnen mit Kontaktdaten aufgeführt. Mädchen und junge Frauen finden zahlreiche Angebote der offenen Jugendarbeit. Frauen finden Netzwerke für alle Lebenslagen unter www.auricherfrauen.de

Auch auf Veranstaltungen müssen Frauen in diesem Jahr nicht verzichten: Viele finden digital statt, einige auch im Freien. Um die Termine – und damit auch die Kontaktdichte - zu entzerren, wird der Zeitrahmen von Februar bis Juli erweitert. Aus den Frauenwochen wird somit in diesem Jahr erstmals eine Frauensaison. Anders als bisher liegt das Programmheft nicht in gedruckter Form vor, sondern der Veranstaltungskalender befindet sich auf der Internetseite www.auricherfrauen.de. Das sorgt für mehr Flexibilität und schnellere Information. Die Digitalisierung ist nun auch in die Frauenwochen eingezogen, viele Veranstaltungen im Frühjahr lassen sich nur auf diese Art realisieren. Eine Teilnahme ist auch für Anfängerinnen ganz einfach. Die Koordinierungsstelle Frauen und Beruf hat ein Video aufgenommen, das erklärt, wie die einzelnen Schritte sind. Bei weiteren Fragen geben auch die jeweiligen Veranstalterinnen gerne Unterstützung.

„Uns ist wichtig, dass jede Frau die Möglichkeit hat, ihre Interessen und Wünsche einzubringen,“ so die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aurich, Birgit Ehring-Timm. „Wir sehen in der aktuellen Pandemie, dass sich viele Probleme im Privaten abspielen. Frauen erleben das oft als persönliches Versagen. Tatsache ist jedoch, dass die widersprüchlichen Anforderungen strukturell bedingt sind und somit auch gesellschaftliche Lösungen politisch umgesetzt werden müssen. Frauen, die Unterstützung suchen, können sich gerne an mich wenden.“

In diesem Jahr gibt es ein erweitertes Angebot während der Frauensaison: Ab Mitte Februar bis Mitte Juli wird in jeder Woche mindestens ein Themenschwerpunkt gesetzt. Expertinnen aus der Arbeitsgemeinschaft werden aktuelle Fragestellungen aufgreifen und jeweils über ihr Fachgebiet umfassend berichten. Interessierte können sich in den Verteiler aufnehmen lassen, dann verpassen sie kein Thema und erhalten wöchentliche Mails.

Weitere Informationen gibt es im Internet www.auricherfrauen.de und bei Birgit Ehring-Timm, Tel. 04941/12-19 00.

 

 

Aktion "Auf den Punkt gebracht"

Große Punkte sind am Bürgermeister-Hippen-Platz aufgeklebt worden
Am Bürgermeister-Hippen-Platz sorgen die großen Punkte für Aufmerksamkeit

Jedes Jahr im Herbst, wenn es draußen ungemütlich wird und man sich eigentlich lieber ins Haus zurückzieht, machen überall auf der Welt Frauen auf ein drängendes Problem aufmerksam: Am 25. November findet bereits seit vielen Jahren der Aktionstag gegen Gewalt an Frauen statt. Ein Thema, das in unserer Gesellschaft immer noch tabuisiert wird. Das eigene Zuhause kann der gefährlichste Ort der Welt sein.

Gerade jetzt, in der Corona-Krise, ist die Situation in vielen Familien sehr angespannt, die Nerven liegen blank. Studien aus allen Teilen der Welt und auch aus Deutschland belegen, dass Gewalt gegen Frauen und Kinder in der Pandemie zugenommen hat. Das permanente Beieinandersein auf engem Raum begünstigt familiäre Konflikte. Hinzu kommen Sorgen über die Gesundheit, den Arbeitsplatz und das Geld. Es fehlen die sozialen Kontakte, die ein Ventil für die angespannte Lage zu Hause sein können. Dadurch kann aber auch die sogenannte „soziale Kontrolle“, oder besser das soziale Hilfesystem nicht greifen.


Der Arbeitskreis „Gewaltfrei leben im Landkreis Aurich“ führt auch in diesem Jahr wieder eine Aktion durch, um die Bevölkerung zu sensibilisieren. Das persönliche Gespräch in den Städten und Gemeinden ist zwar nicht möglich, doch die Initiatorinnen - das sind das Frauenhaus und die BISS-Beratungsstelle in Aurich, die Polizei, der Weiße Ring, die Opferhilfe, die AWO-Beratungsstelle, der Zonta-Club sowie die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten - haben sich etwas Neues einfallen lassen: Sie werden große Punkte mit zentralen Botschaften auf öffentlichen Wegen kleben. So werden Menschen in ihrem Alltag und ganz nebenbei mit dem Thema konfrontiert: "Wie viele Frauen im Landkreis Aurich suchen jedes Jahr Hilfe, wenn sie häusliche Gewalt erleben?", steht da geschrieben. Die Antwort gibt es nur wenige Schritte weiter: "Es sind über 600 Frauen, die allein im Landkreis Aurich jedes Jahr Hilfe und Unterstützung im Frauenhaus erhalten. Die Dunkelziffer derer, die sich nicht melden, oder die anderweitige Hilfe bekommen, ist deutlich höher."
 
Gleichzeitig werden auch Hilfsmöglichkeiten aufgezeigt. So finden Betroffene, aber auch alle, die sich um Frauen in Gewaltsituationen sorgen, auf den letzten Bodenpunkten die Telefonnummern der örtlichen Hilfsangebote.

Wie bereits in den vergangenen Jahren wird die Fahne der Organisation Terre des Femmes vom Tag gegen Gewalt am 25. November bis zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2020 überall im Landkreis an den Rathäusern wehen. Auch werden am 25. November wieder zahlreiche öffentliche Gebäude orange beleuchtet, um ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen. Durch die vielen gleichzeitig stattfindenden Aktionen hofft der Arbeitskreis auf eine hohe Wahrnehmbarkeit, so dass niemand an diesem wichtigen Thema vorbeikommt, niemand sollte einfach darüber hinweggehen.

Mit Plan zum Ziel: Strategisch für Gleichstellung

Die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen begrüßt die gerade verabschiedete Gleichstellungsstrategie der Bundesregierung. Endlich gelten gemeinsame Ziele für die strategische Gleichstellung von Frau und Mann für die Arbeit der gesamten Bundesregierung. Es ist ein großer Schritt vorwärts, wenn Impulse für Gleichstellung in der Wirtschaft und am Arbeitsmarkt, in Bildung, Kultur, in der Digitalisierung und im öffentlichen Dienst aus allen Ressorts zusammenkommen.

Lesen Sie mehr zum Thema:

-> Pressemitteilung der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen vom 13.07.2020 [PDF]

Systemrelevant waren sie schon immer!

Die Gleichstellungsbeauftragten der Städte Emden, Leer, Aurich und Norden nehmen anlässlich des Tages der Pflegenden und des Muttertages Stellung zur gesellschaftlichen Bedeutung und Bewertung von Frauenberufen und Frauenarbeit.  

Systemrelevant waren sie schon immer: Reinigungs- und Küchenkräfte, Ärzt*innen, Arzthelfer*innen, Verkäufer*innen, Pädagog*innen, Hebammen und nicht zuletzt das Pflegepersonal. Nur so benannt und entsprechend anerkannt wurden diese nicht. Ein besonderes Merkmal dieser Berufsgruppen ist, dass überwiegend Frauen in diesen Berufen tätig sind und dies mit den in den sogenannten „Frauenberufen“ geringen Bezahlungen. Die Belastungen in diesen Berufsgruppen waren schon immer sehr groß. Das zeigt sich besonders in dieser Krisenzeit.

Am 12. Mai ist der Internationale Tag der Pflegenden. Zurzeit wird insbesondere das Pflegepersonal beklatscht. Eine einmalige Prämie für den besonderen Einsatz in Zeiten der Pandemie soll gezahlt werden und bessere Bezahlungen werden in Aussicht gestellt.

Diese Maßnahmen werden jedoch kaum die Misere in der Pflege beenden. Denn dies passiert aktuell tatsächlich in der Pflege: Pflegekräfte werden mit einer Aushebelung der Arbeitszeitverordnung konfrontiert, die nunmehr einen 12-Stundenarbeitstag erlaubt.

Diese Bündelung von Arbeitszeit mag aus organisatorischer Sicht in den Pflegeeinrichtungen nützlich erscheinen. Sie nimmt jedoch nicht in den Blick, dass auch Pflegende Menschen sind, die Erholungszeit dringend benötigen. Eine volle Konzentration über einen so langen Zeitraum ist kaum möglich, die Wahrscheinlichkeit von Fehlern ist nachgewiesener Maßen sehr groß. Nicht berücksichtigt wird auch die Tatsache, dass viele der zumeist weiblichen Pflegekräfte neben ihrer aufreibenden Arbeit auch noch Familienangehörige betreuen. Die Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen übernehmen auch in Zeiten von Kurzarbeit und Homeoffice überwiegend Frauen, Homeschooling eingeschlossen. Dies ist zwar in der Öffentlichkeit nicht sichtbar, jedoch absolut systemrelevant!

Die hohen Anforderungen in der Pflege sind in der aktuellen Krise extrem geworden und sind von den Pflegenden kaum noch zu leisten: Was passiert, wenn in einem Pflegeheim trotz der Hygienemaßnahmen der Corona-Virus Einzug hält und die Staatsanwaltschaft auf den Plan ruft? Wer trägt die Verantwortung, wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein dementiell erkrankter Mensch unbeobachtet das Heim verlässt? Wie sollen Pflegekräfte diesem Druck standhalten?

Die Fluktuation in der Pflege ist extrem hoch. Immer mehr Beschäftigte möchten über kurz oder lang aus der Pflege aussteigen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf scheint kaum möglich zu sein. Die Situation macht die Bemühungen zunichte, junge Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen.

„Bei Corona ist Umsicht gefragt“ oder „Umsicht und Vorsicht bleiben unser Maßstab“ schrieb Markus Söder, der bayrische Ministerpräsident, auf Instagram. Dieser Einsicht stimmen wir zu. Doch wie sieht die aktuelle Diskussion aus? Welche Wirkung hat es auf Menschen in systemrelevanten Berufen, dass Geisterspiele im Fußball erlaubt sind, die Testungen und Schutzmaterialien beanspruchen, die an anderer Stelle dringend benötigt werden, um Menschenleben zu schützen?

Umsicht heißt aus unserer Sicht, alles mit dem gleichen Maß zu messen. Menschen in systemrelevanten Berufen sowie in der Fürsorgearbeit zu unterstützen und zu entlasten ist das Gebot der Stunde. Frauen leisten auch in der Fürsorgearbeit die Hauptlast und in dieser Krise noch mehr als zuvor, z. B. als Mütter, als Töchter, als Partnerinnen.

Der Deutschen Fußball-Liga hätte es besser zu Gesicht gestanden, anzuregen, die Fußballfelder für Kinder zu öffnen, damit diese ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben können. Auch für Mütter und Väter wäre es sicherlich eine große Entlastung, wenn es ausreichend Raum in der Öffentlichkeit gäbe, den Kinder nutzen können.

Ach ja, zwei Tage vor dem Internationalen Tag der Pflegenden am 10. Mai ist Muttertag. In Coronazeiten bekommt auch dieser Tag noch mal eine besondere Bedeutung. Und ist es Ironie des Schicksals? Am 11. Mai ist der Tag der Kinderbetreuung.

Der Begriff „systemrelevant“ ist durch die Corona-Pandemie erst vollends in das gesellschaftliche Bewusstsein gerückt. Es ist an der Zeit, dass die größtenteils unsichtbare Fürsorgearbeit, die hauptsächlich von Frauen geleistet wird, ebenfalls als systemrelevant benannt wird. Aus der Soziologie ist bereits seit vielen Jahren bekannt, dass ohne diese „reproduktive Arbeit“ das Gesellschaftssystem zusammenbricht. Sorgen wir also gemeinsam dafür, dass durch Umsicht systemrelevante Arbeit, die bezahlt sowie unbezahlt geleistet wird, gleichgestellt und gleich wertgeschätzt wird.

 
Birgit Ehring-Timm 
Gleichstellungsbeauftragte Stadt Aurich 
Bgm.-Hippen-Platz 1 26603 Aurich
Tel.: 04941 / 12 - 19 00
E-Mail: ehring-timm@stadt.aurich.de 

Okka Fekken 
Gleichstellungsbeauftragte Stadt Emden
Frickensteinplatz 2 
26721 Emden 
Tel. 04921 / 87 - 12 99 
E-Mail: Fekken@emden.de 

Tomke Hamer 
Gleichstellungsbeauftragte Stadt Leer
Rathausstraße 1
26789 Leer
Tel.: 0491 / 97 82-315
E-Mail: tomke.hamer@leer.de 

Elke Kirsten 
Gleichstellungsbeauftragte Stadt Norden 
Am Markt 19 
26506 Norden 
Tel.: 04931 / 923 - 407 
elke.kirsten@norden.de

Hilfsangebote für schwangere geflüchtete Frauen

Schwanger und Sie haben viele Fragen?
Hilfetelefon „Schwangere in Not“. Wir sind für Sie da – vertraulich.
Der Anruf ist kostenlos: 0800 - 40 40 020
www.schwanger-und-viele-fragen.de

Pregnant and you have a lot of questions?
Support hotline „Pregnant and in need“
We are there to help – in confidence.
This call is free of Charge:  0800 - 40 40 020
www.schwanger-und-viele-fragen.de

Trudni ste i imate mnoga pitanja?
Telefon za pomoc „Trudnica u nevolji“
Tu smo za Vas – poverljivo.
Poziv je besplatan:  0800 - 40 40 020
www.schwanger-und-viele-fragen.de

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L’appell est gratuit: 0800 - 40 40 020
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