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Wirtschaftsstandort Aurich - wo Wachstum Programm ist Aufgrund der geografischen Lage in der Mitte der ostfriesischen Halbinsel ist Aurich für Verwaltung und Gerichte, die medizinische Versorgung und die Aus- und Weiterbildung, aber auch als Kultur- und Einkaufsstadt ein wichtiges Mittelzentrum. Die verkehrstechnische Infrastruktur wird laufend angepasst, um mit der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung und dem damit verbundenen Mobilitäts- und Transportbedarf gerecht zu werden. In den vergangenen Jahren wurden Verbindungsstraßen gebaut, um die Erreichbarkeit Aurichs und die innerstädtische Struktur weiter zu verbessern. Seit 2008 sorgt eine Betriebsgesellschaft unter Beteiligung der Stadt und der Wirtschaft für praxisgerechte Lösungen beim Gütertransport per Bahn. Auf der Strecke vom Gewerbegebiet Nord (Tannenhausen/Sandhorst) zum Seehafen Emden werden täglich Gütermengen transportiert. Eine weitere Verbindung zum Meer und den Binnenwasserstraßen stellt der Ems-Jade-Kanal Richtung Emden und Wilhelmshaven dar. Bildung und Ausbildung Reilschule Aurich In Aurich sind von der Grundschule über Realschule, Integrierte Gesamtschule und das Gymnasium bis hin zu Berufsbildenden Schulen viele Schulformen vorhanden. So ist auch die Freie Waldorfschule in Aurich ansässig. Die Hochschulstandorte Emden/Leer sowie Wilhelmshaven und Oldenburg mit einem vielfältigen Angebot an technischen, wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen sowie medizinischen Studiengängen sind ganz in der Nähe. KVHS Aurich Die Kreisvolkshochschule am Standort Aurich ist eine der umfassendsten Weiterbildungseinrichtungen in der deutschen Volkshochschullandschaft. Ein vielseitiges Kurs- und Lehrprogramm, Weiterbildungsangebote sowie berufliche Qualifizierungen und Ausbildungen in mehreren Berufsfeldern und Ausbildungsberufen gehören zum Angebot. Mit ihren Projekten der beruflichen Bildung geht die Kreisvolkshochschule auf die arbeitsmarktrelevanten Entwicklungen ein. Nähere Informationen unter https://www.kvhs-aurich.de . Sport und Kultur Sparkassenarena Für den Schul- und Vereinssport stehen mehrere Sportstätten und Sportplätze zur Verfügung. Das Freizeitangebot in Aurich ist vielfältig, genannt seien hier z. B. das Familien- und Wohlfühlbad "De Baalje" sowie die Skatehalle Aurich. In der multifunktionalen Sparkassen-Arena finden neben großen Sportevents, kulturellen Veranstaltungen und Messen auch Konzerte statt. In der Stadthalle Aurich finden regelmäßig Veranstaltungen der Landesbühne, Comedy, Musicals, Kabarett und Theateraufführungen statt. Für nähere Informationen wenden Sie sich an die Kulturabteilung der Stadt Aurich unter Tel. 04941/12-18 10 oder werfen Sie doch mal einen Blick in den Veranstaltungskalender.
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Friedrich Schwiening Friedrich Schwiening (1882 - 1924) Der Bürgermeister mit der längsten Amtszeit von 42 Jahren war Friedrich Schwiening. Man wollte von vornherein einen ausgebildeten Juristen als Bürgermeister haben. Das Wahlgremium aus den Herren Dr. med. Wolfes, Rechtsanwalt Seckels, den Apothekern Meins und Rassau, dem Weinhändler Winter und dem Kaufmann Eiben entschied sich einstimmig für den 31jährigen Assessor Friedrich Schwiening aus Göttingen. In ihm glaubte man die guten preußischen Beamtentugenden wie Fleiß, Eifer, Fachkenntnisse und Ordnung zu finden. Hinzu kam, dass ihm die bisherigen Vorgesetzten eine "schnelle Auffassungsgabe, taktvolles Verhalten und gefällige Umgangsformen" bescheinigten. Es stellte sich heraus, dass man in allen diesen Punkten recht behalten hatte. Schwiening war 1851 in Springe als Sohn eines späteren Amtsgerichtsrates geboren. Nach dem Jurastudium war er Referendar an verschiedenen Gerichten in Einbeck, Hannover, Otterndorf, Göttingen und Lüneburg gewesen. Zur Zeit seiner Bewerbung war er Assessor beim Amtsgericht Göttingen. Am 8. Dezember 1881 wurde die Einstellung Schwienings als Bürgermeister von Aurich vom Innenministerium in Berlin bestätigt. Senator Winter nahm ihm am 5. Februar 1882 den Eid ab. Schwienings Amtszeit fiel in eine für Deutschland glückliche Zeit, als die sozialen Unruhen am fernab gelegenen Aurich vorbeigingen. Die Entwicklung Aurichs ging langsam und ohne besondere Vorkommnisse vonstatten. So wurde 1889 ein Schlachthaus errichtet, 1894 ein Krankenhaus, 1897 die Lambertischule, 1910 das Gaswerk sowie 1911 das Wasserwerk. 1914 wurde kurz vor Kriegsbeginn das Sparkassengebäude neben dem Rathaus gebaut, dieses selbst war schon einige Jahre zuvor renoviert worden. Trotz des Bürgermeisteramtes fand Schwiening Zeit für andere Ämter, die mit seinem Bürgermeisterposten zu tun hatten. So war er Abgeordneter im Provinziallandtag und seit 1886 auch Landschaftsrat der Ostfriesischen Landschaft. 12 Jahre später wurde er sogar nebenamtlich Syndikus der Ostfriesischen Landschaft. Im Alter von 40 Jahren heiratete er die Ostfriesin Henriette Tannen. Auch in der Politik war Schwiening ein Mann der gezügelten Handlungen. Bei seinem Eintritt ins Berufsleben bezeugten seine Vorgesetzten, er sei "in politischer Beziehung nicht hervorgetreten". Dies blieb so bis zu seiner Pensionierung. Noch als Ruhestandsbeamter konnte er 1933 in einem Fragebogen der nationalsozialistischen Regierung auf die Frage nach einer früheren Parteizugehörigkeit "keine" eintragen. Am 26. September 1924 wurde Schwiening in den Ruhestand versetzt. Er war damals bereits 73 Jahre alt. Am 22. Mai 1935 verstarb er in Aurich.
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Bole Hayen Bole Hayen (1608 - 1620) Bole Hayen (auch Bohle Hajen oder Bohle vom Felde genannt) musste sein Amt mit jeweils drei anderen Kollegen teilen. Die anderen Bürgermeister hießen Heinrich Evers (1608-1618), Stephan Evers (1618-1622), Burchart Strüwing (1591-1620) und Hinrich Erpenbeck (1608-1617). Der Grund für die vierfache Besetzung des Bürgermeisterpostens ist nicht genau zu sagen. Es scheint aber ein Zusammenhang mit der damaligen angespannten politischen Lage in Ostfriesland zu bestehen: Streit zwischen dem vom reichen Emden beherrschten Landtag und dem Grafen. Graf Enno III. hatte den Landtag, die Vertretung der Stände, zu einer Tagung nach Aurich einberufen. Dem widerstrebte Emden mit allen Mitteln. Zunächst "verbot" der Magistrat von Emden den Delegierten in ganz Ostfriesland, zu diesem Landtag nach Aurich zu fahren. Als man hörte, dass doch einige Ständevertreter nach Aurich unterwegs waren, befahl man kurz entschlossen einen Überfall auf die friedliche Stadt. Zu diesem Zeitpunkt befand sich dort nicht einmal der Graf, geschweige denn eine gräfliche Truppe. Am 10. September 1609 trafen 600 Mann der Emder Garnison vor Aurichs Wällen ein. Dort belagerte man die Stadt drei Tage lang. Was dann passierte, berichtete ein Augenzeuge jener Tage. Nach der dreitägigen Belagerung hätten die Emder an einer Stelle das Wasser im Graben abgeleitet und sich so einen Durchgang verschafft: "Dahero die Wallen mit gnugsamer Macht unbesetzet gewesen, sind die Emder durch die Graben über den Wall gefallen, haben einige Borger wie auch den Bürgermeister Bole Hayen geschlagen, die Thore geöffnet, und also mit gantzem Hauffen die Statt occupiret." Im Laufe dieser Occupation waren die Soldaten auch in das Haus der Kanzlei (heute: Historisches Museum) eingedrungen, wo die Akten des Gräflichen Hauses gelagert waren. Die Krieger raubten die meisten Schriftstücke und schafften sie in mehreren Pferdefuhrwerken nach Emden. Noch bis zum 10. Februar dauerte die Besatzung Aurichs durch die Emder. Schließlich schickten die Niederländer 100 Mann ihrer in Emden liegenden Truppen und die Emder zogen nach Greetsiel, um dieses zu besetzen. Bole Hayen war noch bis 1620 in seinem Amt. Mit den großen Erfolgen, die sich Emden in diesem letzten Jahrzehnt erwarb, konnte das kleine Aurich nicht mithalten. Immerhin nutzte auch Aurich die Schwäche des Grafen aus, um sich einige kleine Vorteile zu verschaffen. Man reichte eine lange Liste mit "Gravamina" (Beschwerden) ein. Eines gestand der Graf den Aurichern zu: Sie waren nicht mehr gezwungen, Hofdienste zu leisten, sondern konnten diese durch eine Geldzahlung abgelten!
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Karl Anklam Karl Anklam (1924 - 1933 und 1945 - 1946) Als nach dem jahrzehntelangen soliden Wirken des Patriarchen Schwiening ein neuer Mann für das Bürgermeisteramt gesucht wurde, wünschte man sich in den schwieriger gewordenen Zeiten eine Figur, die imstande war, die bedrohenden Nachkriegsverhältnisse zu lösen. Es sollte jemand sein, der sich durch Tatkraft und Dynamik auszeichnete. Unter den 55 Bewerbungen wurde der 41jährige Dr. jur. Karl Anklam aus dem Pommernland ausgewählt. Anklams bisherige Laufbahn hatte ihn durch verschiedene Verwaltungsstellen geführt: Hilfsarbeiter bei den Kreisverwaltungen von Guben und Landsberg, 1913 Bürgermeister der kleinen Stadt Damgarten und 1919 von der Stadt Rügenwalde. Seine Amtsführung in Aurich war ohne Tadel. Die anstehenden Aufgaben löste Anklam mit großem Engagement. Auf Ressentiments stieß jedoch bald in dem eher konservativen Aurich seine politische Tätigkeit. Denn er erwies sich nicht nur als überzeugter Republikaner, er wirkte auch aktiv für die Deutsche Demokratische Partei (später Deutsche Staatspartei) und das Reichsbanner. Die Nationalsozialisten (wie auch die Kommunisten) griff er mit außerordentlich scharfen Worten an. Die kämpferischen Zitate aus seinen Reden, Schriften und Leserbriefen füllten nach 1933 ganze Seiten von Anklagen. Eine lächerliche Affäre führte zum Sturz des von den Nationalsozialisten gehassten Bürgermeisters. Dr. Anklam musste im Sommer 1933 Aurich verlassen. In den Jahren bis 1945 musste er untergeordnete Tätigkeiten ausführen. Ein beruflicher Wiederaufstieg wurde ihm durch äußerst negative Beurteilungen des neuen Bürgermeisters von Aurich verwehrt. 1945 war Anklam 62 Jahre alt. Jann Berghaus, sein alter politischer Freund, der inzwischen wieder zum Regierungspräsidenten ernannt war, berief seinen Kampfgefährten wieder zum Bürgermeister. Aber als 1946 die neue zweigleisige Verwaltungsstruktur nach britischem Vorbild eingeführt wurde, musste sich Anklam zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden: dem politischen, ehrenamtlichen, aber verhältnismäßig einflusslosen Bürgermeister oder dem unpolitischen, hauptamtlichen Stadtdirektor. Dem engagierten Mann fiel die Wahl schwer. Sein Ideal war eben der politische Verwaltungsbeamte. So trat er aus dem Staatsdienst zurück. Sein Nachfolger als Bürgermeister wurde der Einzelhandelskaufmann Hermann von Schleusen. Am 1. Januar 1961 starb Karl Anklam. Sein Grab befindet sich auf dem Auricher Friedhof. Vor einigen Jahren wurde nach ihm der Bürgermeister-Anklam-Platz benannt. Eine späte Ehrung!
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Johann Diedrich Müller Johann Diedrich Müller (1870 - 1881) Am 27. Juni 1868 übernahm der Senator Johann Diedrich Müller die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters. Der bisherige Amtsinhaber Assessor Cleve aus Moringen bei Hannover wurde plötzlich abberufen und ins ferne Oppeln versetzt. Grund für seine Abberufung war die prohannoversche Haltung des Beamten. Die Neuwahl eines Bürgermeisters erwies sich als recht schwierig. Es gab zwar Bürger, die den geschäftigen Müller als Bürgermeister wünschten, aber auch solche, die sein Amt verhindern wollten. Müller entstammte einer alten Auricher Familie, welche auch im Besitz der Wallmühle war. Daher stammte auch der Familienname. Er besaß außerdem ein gutgehendes Kolonialwaren- und Spirituosengeschäft am Auricher Marktplatz. Müller war schon einige Jahre Bürgervorsteher, dann Senator, und seit 1868 stellvertretender Bürgermeister. Nun fühlte er sich auch noch den Aufgaben eines Bürgermeisters gewachsen. So bewarb er sich offiziell um diese Stelle. Er rühmte sich, dass er kraft seiner "bürgerlichen Stellung, allgemeinen Bildung, gemeinen Kenntnis der hiesigen Verhältnisse und langjährigen Erfahrung im Dienste der Stadt" der am besten geeignete Bewerber sei. Es dauerte fast zwei Jahre, bis eine Entscheidung fiel. Die vorgesetzten Behörden - die Landdrostei, das Oberpräsidium in Hannover und das Preußische Innenministerium in Berlin - drangen darauf, das Amt mit einem Juristen zu besetzen, allerdings, ohne den Posten entsprechend honorieren zu wollen. Schließlich verlangte man von Müller, dass er sein Geschäft aufgebe, was er dann auch tat. 1870 wählten die Wahlmänner - nach allerlei Manipulationen - ihren Mitbürger Müller zum Bürgermeister. Die Behörden stimmten zu. Mag er auch kein "ausgezeichneter Bürgermeister" gewesen sein, wie es die preußischen Behörden verlangten, so war er doch bei der Bevölkerung wegen seines leutseligen Wesens, seiner Heimatverbundenheit und seiner guten Plattdeutschkenntnisse recht beliebt. Müller starb, noch im Amte, am 24. August 1881. Er wurde 72 Jahre alt. Sein Enkel, der Justizrat und Rechtsanwalt Jellrich Müller, spendete 1933 der Stadt jene Jünglingsfigur, die heute in der Nähe des Landschaftsgebäudes steht. Der Platz heißt heute "Bürgermeister-Müller-Platz".
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Christian Wolfgang von Spies Christian Wolfgang von Spies (1805 - 1810) Christian Wolfgang von Spies wurde als Sohn eines Regierungsrates und Geheimen Archivars im Jahre 1774 geboren. Sein Geburtsort ist wahrscheinlich Bayreuth, wo der Vater tätig war. Wie kam der junge Adelige aus Franken auf diesen Posten der Residenzstadt Aurich? Der Grund ist wohl die Heirat einer Auricherin, die Tochter des Kriegs- und Domänenrates Boden, Cornelia Elisabeth. Man kann annehmen, dass der angesehene Beamte seinen Schwiegersohn gelegentlich empfohlen hatte. Christian Wolfgang von Spies hatte, nachdem das Fürstentum Ansbach-Bayreuth 1793 zu Preußen gekommen war, in dem preußischen Füselierbataillon von Bila gedient. Nachdem er 1804 verwundet war, bat er um seinen Abschied. Kurz darauf bewarb er sich um das Amt des Auricher Bürgermeisters. Im folgenden Jahr, am 12. November 1805, trat er sein Amt an. Er hatte dieses bis 1810 zusammen mit dem Juristen Joachim Christian Oncken inne. Oncken war gleichzeitig Landschaftlicher Administrator. Beide mussten aus dem Amt scheiden, nachdem Ostfriesland am 1. Januar 1811 als "Departement de 1'Ems oriental" dem Kaiserreich Frankreich zugeschlagen wurde. Man führte die französische Verwaltung ein. Der Bürgermeister hieß künftig "Maire"; der erste "Maire" von Aurich trug den Namen Bourdeaux. Spieß durfte noch bis 1811 den Posten des Polizeikommissars in Aurich ausüben. Über sein weiteres Schicksal wissen wir nur, dass er 1818 ein Landgut bei Haselünne übernahm. Auch ist bekannt, dass er nach dem Tode der ersten Frau eine zweite Ehe mit der Witwe Maria Theresia Wullenweber, geb. von Twinglo, einging.
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Albert Bolenius Albert Bolenius (1632 - 1638) Albert Bolenius war der Sohn des Bole Hayen. Dieser war ebenfalls zusammen mit Hinrich Erpenbeck von 1608 bis 1620 Bürgermeister. Der Sohn Albert, später auch Albertus genannt, war promovierter Jurist. Er legte sich einen lateinischen Namen zu und trat in den Justizdienst der ostfriesischen Grafen. Er wurde Assessor am Hofgericht und war für Familienangelegenheiten zuständig. Die Kanzler Dothias Wiarda und Arnoldus van Boland empfahlen dem Grafen, Bolenius das Bürgermeisteramt von Aurich zu übertragen. Ulrich III. folgte diesem Rat. Es ist anzunehmen, dass er in Bolenius einen Verfechter seiner Interessen im ostfriesischen Landtag suchte. Der Graf stand nämlich gerade im Landtag unter scharfem Beschuss der Stände. Bolenius erwies sich als ein getreuer Gefolgsmann des Grafen. Bei der bevorstehenden Bedrohung durch Hessische Kriegshaufen ging er mit nach Emden. Offiziell war Bolenius von 1632 bis 1638 als Bürgermeister tätig, obwohl er sich ab 1637 in Emden befand. Hier fand Bolenius offenbar eine annehmbare Existenz als Jurist. Schließlich bat er den Grafen um seine Entlassung aus dem Bürgermeisteramt. Im Rathaus zu Aurich wurde er von der Bürgerschaft feierlich verabschiedet. Als Abschiedsgeschenk erhielt er "zwantzig Reichsthaler und einen Pokal zu 60 Loth Silber". Er selbst gab dem Rat im Gasthof "Zum Weißen Schwan" ein "klein Banket". Ein Jahr später tritt Bolenius wieder in den Dienst des Grafen Ulrich III. und wird nunmehr "gräflicher Rath" und erhält den Titel "advocatus fisci". Noch bis 1660 wird er als Rath erwähnt. Während dieser Zeit verfasste er eine "Ostfriesische Historie".
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Harm Scutendüvel Harm Scutendüvel (1530 - 1553) Die Bürgermeisterurkunde von 1539 erklärt, dass künftig in Aurich zwei Bürgermeister amtieren sollen. Der erste in der langen Reihe von etwa 70 Bürgermeistern heißt Harm (oder Harmen) Scutendüvel (oder Scütendüvel). Wir wissen, dass er ein sehr angesehener Bürger der Stadt gewesen sein muss. Schon 1523 wird er erstmalig in einem Dokument des Klosters Abbingwehr genannt. 1532 wird er im Zusammenhang mit der Stadt Aurich erwähnt. Auf verschiedenen Listen ist er als seit 1530 amtierender Bürgermeister angegeben, so auch in der hier ausgestellten Übersicht "Verzeichnis der Magistratspersonen". Die auf Pergament ausgestellte Tafel ist heute im Besitz der Familie Conring (zur Verfügung gestellt vom Niedersächsischen Staatsarchiv Aurich, Dep. 5, Nr. 237). In der Übersicht ist auch vermerkt, dass er "Burger-Meister" und "Secretarius" gewesen sei. Als "Secretarius" hatte er folgende Funktionen: "Vertrit die vices des Secretarii und führet die protocolla biß 16. December 1542". ("Vicis" heißt lateinisch das Amt, die Aufgabe). Nach diesen Angaben ist anzunehmen, dass Scutendüvel sowohl vor wie nach Ausstellung der Urkunde von 1539 die gleichen Funktionen ausgeübt hat. Auf jeden Fall ist er seit dem 17. März 1539 offiziell Bürgermeister. Zugleich mit ihm amtierte bis 1543 Fox der Kleine (oder Kleen); ab 1542 hieß der Kollege Abbeke; schließlich von 1545 bis 1553 Friedrich Hengen. Der Familienname Scutendüvel ist als Neckname zu verstehen: "Schütze-den-Teufel".
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Christian Blancke Christian Blancke (1588 - 1604) Christian Blancke stammte aus Meppen. Er übte das Amt des Bürgermeisters den größten Teil zusammen mit Burchard Strüwing aus: Blancke von 1588 bis 1604 und Strüwing von 1591 bis 1620. Aus zwei Gründen ist Christian Blancke aus der langen Reihe der Auricher Bürgermeister bis heute bekannt geblieben: Er ist der erste Bürgermeister, der sich um den Wohnungsbau für die ärmere Bevölkerungsschicht bemühte. Zudem ist er der erste Bürgermeister, von dem wir ein Bildnis besitzen. Bekanntlich war Aurich im Jahre 1514 von brandschatzenden Soldaten angesteckt worden. Diese Zerstörung zwang dazu, die Stadt planmäßig nach Osten neu aufzubauen. Schon Edzard der Große hatte mit dem Wiederaufbau begonnen. Sein Sohn Graf Enno setzte das Werk fort. Was Bürgermeister Blancke einige Jahrzehnte später auszeichnete, beschreibt der Amtmann Enno Tjaden wie folgt: "Dieser Bürgermeister hat sich dadurch um die Stadt Aurich verdient gemacht, dass er den Bezirk der Neustadt von dem Gange an, welcher noch heutigen Tages Blanken Warf genannt wird, bis zur Mühle mit den kleinen Häusern für Arbeits- und andere geringe Leute angebaut hat." Die Straße namens Neustadt hieß später Neustädter Straße und heute Marktstraße. In einem dieser Häuser wurde zu Ehren des Erbauers ein Glasfenster eingesetzt, welches sich bis um das Jahr 1800 erhalten hat.
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Stadtportrait
Bürgermeister Die Auricher Bürgermeister-Galerie 1539 erhält Aurich eine Bürgermeisterverfassung. Doch die Stellung der Stadtgemeinde blieb noch viele Jahre gegenüber der Landesherrschaft stark eingeschränkt. So musste der Bürgermeister allabendlich die Schlüssel der Stadttore beim Grafen auf dem Schloss abgeben - nicht gerade ein Zeugnis von Selbstverwaltung moderner Prägung! In der Bürgermeisterurkunde von 1539 wird erklärt, dass in Aurich künftig zwei Bürgermeister amtieren sollen. Der erste einer langen Reihe von etwa 70 Bürgermeistern hieß Harm (oder Harmen) Scutendüvel (oder Scütendüvel). Ein Familienname, der als Neckname zu verstehen ist - frei übersetzt "Schütze den Teufel". Überliefert ist, dass Scutendüvel ein angesehener Bürger der Stadt gewesen sein muss. Bereits 1523 wird er erstmalig in einem Dokument des Klosters Abbingwehr genannt. Am 17. März 1539 trat er offiziell sein Amt an. Bis 1543 amtierte gleichzeit mit ihm Fox der Kleine (oder Kleen); ab 1542 hieß sein Kollege Abbeke, zwischen 1545 und 1553 Friedrich Hengen. Von keinem dieser Bürgermeister gibt es heute ein Bild oder eine Zeichnung. Das älteste bislang bekannte stammt aus dem Jahre 1590 und stellt den Bürgermeister Christian Blanke dar. Er amtierte zwischen 1588 und 1604. Auch von den Bürgermeistern jüngerer Vergangenheit fehlen Bilder. Die Stadt Aurich möchte die Bürgermeister-Galerie gerne vervollständigen. Wer weiterhelfen kann (z. B. mit Fotos), wende sich bitte per Mail an die Stadt Aurich: webmaster@stadt.aurich.de . Vielen Dank für Ihre Mithilfe! Amtszeit der Bürgermeister im 16. Jahrhundert Amtszeit Bürgermeister 1539-1553 Harmen Scutendüvel 1540-1545 Fox de Kleyne 1542 Abbeke 1545-1553 Friedrich Hengen 1553-1560 Reinke Smid 1553-1570 Eilerth Lenth 1561-1588 Caspar Goldschmid 1570-1591 Berend Meyer 1588-1604 Christian Blanke 1591-1620 Burchart Strüving Was im Rest der Welt geschah: Die Erde bewegt sich um ihre Achse und täuscht den Himmelsumschwung somit nur vor. Nicht die Sonne zieht ihre schiefe Jahresbahn um die Erde, sondern die Erde schwingt mit schiefgestellter Achse um die Sonne. Nikolaus Kopernikus bringt das alte Weltbild völlig durcheinander. Die kühne Lehre erfährt eine Zeit lang den Schutz der Kirche, da Kopernikus sein Buch dem Papst widmete. Nach dem Tridentiner Konzil änderte sich diese Haltung. 1616 wird sein Werk auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt. Amtszeit der Bürgermeister im 17. Jahrhundert Amtszeit Bürgermeister 1604 - 1609 Peter Arends 1608 - 1618 Hinrich Evers 1608 - 1620 Bohle Hayen 1608 - 1617 Hinrich Erpenbeck 1617 - 1624 Adolph van Lengen 1618 - 1622 Stephan Evers 1624 - 1632 Johann John 1624 - 1626 Hippe Gerdes 1627 - 1631 Joachim a Speulda 1631 - 1632 Hieronymus van Lengen 1632 - 1638 Albert Bolenius 1634 - 1649 Martin van Elten 1638 - 1653 Thomas Holthusius 1649 - 1653 Hayo Ewen 1653 - 1655 Hieronymus van Lengen 1655 - 1679 Wolfgang a Speulda 1655 - 1661 Ayke Bengen 1661 - 1662 Conrad Viglius Jhering 1663 - 1668 Gerhard Solling 1668 - 1682 Friedrich Ficken 1680 - 1694 Albertus Ahrens 1662 - 1687 Adrian van der Mark 1683 - 1707 Ulrich Bengen 1694 - 1729 Ulrich Ludwig Solling Was im Rest der Welt geschah: Der Dreißigjährige Krieg verwüstete Mitteleuropa und drittelte die deutsche Bevölkerung auf 6 Millionen. Übrig blieb ein Flickenteppich, die uneingeschränkte Fürstenmacht, ein ohnmächtiges, zerrissenes Deutschland, das nur noch als geographischer Begriff existierte. Am 24. Oktober 1648 endete einer der fürchterlichsten Kriege der Geschichte mit dem Westfälischen Frieden, der in Münster und in Osnabrück geschlossen wurde. Amtszeit der Bürgermeister im 18. Jahrhundert Amtszeit Bürgermeister 1707-1735 Thomas Greems 1729-1735 Niclaas Christian Ennen 1735-1738 Friedrich Wilhelm Greems 1735-1768 Hector Friedrich von Wicht 1738-1740 Johann Albert Arends 1740-1772 Ulrich Harmens 1769-1782 Daniel Christoph Schepler 1772-1777 Johann Jakob Menke 1777-1798 Johann Gerhard Reimers 1782-1785 Christian Eberhard Gumbrecht 1786-1810 Joachim Christian Onken 1798-1805 Tobias Hieronymus Tjaden Was im Rest der Welt geschah: 1789 sind Europas Feudalherren beunruhigt. Am 14. Juli stürmen aufgebrachte französische Bürger die Bastille. Der Auftakt zur französischen Revolution, die ganz Europa verändern wird. 1796 macht ein 27jähriger General von sich reden. Sein Name: Napoleon Bonaparte. 1799 putscht der General und macht sich zum Staatschef. Bald beginnt Napoleon Kriege mit den Europäischen Nachbarn. Am 27. Oktober marschiert Napoleon in Berlin ein. Deutschland gerät unter französische Herrschaft. Zwischen 1811 und 1813 tragen auch Auricher Bürgermeister französische Namen. Amtszeit der Bürgermeister im 19. Jahrhundert Amtszeit Bürgermeister 1805-1810 Christin Wolfgang von Spies 1811-1812 Maire de Bordeaux 1813 Maire Boden 1814-1816 Jakob-Ulrich Schepler 1816-1840 Christian Bernhard Conring 1816-1825 Jacob Reimers 1841-1849 August Ferdinand Gropp 1850-1853 Hermann Justus Conring 1853-1865 Michael Christoph Julius Kempe 1866-1868 Clemens Cleve 1868-1881 Johann Diedrich Müller 1882-1924 Friedrich Schwiening Was im Rest der Welt geschah: Haushaltsfragen haben immer eine politische Brisanz. Preußens König Wilhelm I. hat sich in einen fast aussichtslosen Konflikt mit seinem Abgeordnetenhaus über den Haushalt verstrickt. Als letzten Versuch, den Verfassungsstreit zu überwinden, entschließt sich der König, einen beinharten Monarchisten zum Ministerpräsidenten zu bestellen: Otto von Bismark. 1862 hält er vor der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses die weltberühmte "Eisen und Blut-Rede". Kernaussage: Wir leben finanziell über unsere Verhältnisse und Schuld daran ist der Liberalismus. Mögen sich Bayern, Württemberg und Baden diesem Zeitgeist hingeben - in Preußen müssen die Kräfte zusammengefasst und zusammengehalten werden. Im übrigen gelte, dass die großen Fragen der Zeit nicht durch Majoritätsbeschlüsse, sondern durch Eisen und Blut entschieden werden. 1866 kommt auch Aurich unter preußische Regentschaft. Amtszeit der Bürgermeister im 20. Jahrhundert Amtszeit Bürgermeister 1924-1933 Karl Anklam 1933 Leo Henrychowski 1933-1939 Kurt Fischer 1939-1940 Oscar Rassau 1940-1941 Dietrich Helmers 1941 Josef van Üüm 1941-1944 Karl-Heinz Bolz 1944-1945 Oscar Rassau 1945-1946 Karl Anklam 1946-1964 Hermann von Schleusen 1964-1978 Hermann Hippen 1978-1979 Hermann Hildebrand 1980-1991 Werner Stöhr 1991-1996 Wolfgang Ontijd 1996-2001 Werner Stöhr Was im Rest der Welt geschah: Der Mensch verlässt die Erde. Am 21. Juli 1969 verfolgen 500 Millionen Fernsehzuschauer in der ganzen Welt, wie Astronaut Neil Amstrong um 3.56 Uhr mitteleuropäischer Zeit aus der Mondfähre "Eagle" zu den ersten Schritten eines Menschen auf einem anderen Himmelskörper aussteigt. In der Nähe des Landeplatzes wurde eine Stahlplatte mit folgender Inschrift hinterlassen: "Hier betraten Menschen vom Planeten Erde zum ersten Mal den Mond, 1969, A. D. Wir kamen in Frieden für die ganze Menschheit." Außerdem wurde eine Siliziumscheibe von der Größe eines Halbdollar-Stücks zurückgelassen, welche unter anderem Botschaften von 73 Nationen enthält. Die von den Astronauten auf die Erde zurückgebrachten Fotos prägte das Bild vom empfindlichen "Raumschiff Erde" und ein wachsendes Bewusstsein für globalen Umweltschutz. Neil Amstrong, wie auch viele andere Astronauten, verfielen nach ihrer Mission in tiefe psychische Depressionen. Ihr "Weltbild" hatte sich gegenüber den Menschen auf der Erde völlig verändert. Sie brauchten lange Jahre psychologische Betreuung. Einige der Raumfahrer wurden zutiefst religiöse Menschen. Amtszeit der Bürgermeister im 21. Jahrhundert Amtszeit Bürgermeister 2001-2006 Sigrid Griesel 2006-2019 Heinz-Werner Windhorst Amtierender Bürgermeister seit 01.11.2019: Horst Feddermann Biographien und Hintergründe Harm Scutendüvel (1530 - 1553) - Nach den historischen Quellen zu urteilen, muss Scutendüvel ein sehr angesehener Bürger der Stadt gewesen sein. In anderen Quellen ist er als "Burger-Meister" und "Secretarius" genannt. Als "Secretarius" hatte er folgende Funktionen: "Vertrit die vices des Secretarii und führet die protocolla biß 16. December 1542". ("Vicis" heißt lateinisch das Amt, die Aufgabe). Mehr erfahren Christian Blancke (1588 - 1604) - Christian Blancke stammte aus Meppen. Er übte das Amt des Bürgermeisters den größten Teil zusammen mit Burchard Strüwing aus: Blancke von 1588 bis 1604 und Strüwing von 1591 bis 1620. Aus zwei Gründen ist Christian Blancke aus der langen Reihe der Auricher Bürgermeister bis heute bekannt geblieben. Er ist der erste Bürgermeister, der sich um Wohnungsbau für die ärmere Bevölkerungsschicht bemüht hat - und er ist der erste Bürgermeister, von dem wir ein Bildnis besitzen. Mehr erfahren Bole Hayen (1608 - 1620) - Bole Hayen (auch Bohle Hajen oder Bohle vom Felde genannt) musste sein Amt mit jeweils drei anderen Kollegen teilen. Die anderen Bürgermeister hießen: Heinrich Evers (1608-1618), Stephan Evers (1618-1622), Burchart Strüwing (1591-1620) und Hinrich Erpenbeck (1608-1617). Der Grund für die vierfache Besetzung des Bürgermeisterpostens ist nicht genau zu sagen. Es scheint aber ein Zusammenhang mit der damaligen angespannten politischen Lage in Ostfriesland zu bestehen. Diese war geprägt durch den Streit zwischen dem vom reichen Emden beherrschten Landtag und dem Grafen. Mehr erfahren Albert Bolenius (1632 - 1638) - Albert Bolenius legte sich den lateinischen Namen Albertus zu und trat als promovierter Jurist in den Dienst der ostfriesischen Grafen. Er wurde Assessor am Hofgericht und war für Familienangelegenheiten zuständig. Die Kanzler Dothias Wiarda und Arnoldus van Boland empfahlen dem ostfriesischen Grafen Ulrich III, Bolenius das Auricher Bürgermeisteramt zu übertragen. Der Graf folgte diesem Rat. Es ist anzunehmen, dass er in Bolenius einen Verfechter seiner Interessen im ostfriesischen Landtag suchte. Mehr erfahren Christian Wolfgang von Spies (1805 - 1810) - Christian Wolfgang von Spies wurde als Sohn eines Regierungsrates und Geheimen Archivars im Jahre 1774 geboren. Sein Geburtsort ist wahrscheinlich Bayreuth, wo der Vater tätig war. Wie kam der junge Adelige aus Franken auf diesen Posten der Residenzstadt Aurich? Der Grund ist wohl die Heirat einer Auricherin, die Tochter des Kriegs- und Domänenrates Boden, Cornelia Elisabeth. Mehr erfahren Johann Diedrich Müller (1870 - 1881) - Am 27. Juni 1868 übernahm der Senator Johann Diedrich Müller die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters. Der bisherige Amtsinhaber Assessor Cleve aus Moringen bei Hannover wurde plötzlich abberufen und ins ferne Oppeln versetzt. Grund für seine Abberufung war die prohannoversche Haltung des Beamten. Mehr erfahren Friedrich Schwiening (1882 - 1924) - Der Bürgermeister mit der längsten Amtszeit - 42 Jahre - war Friedrich Schwiening. Man wollte von vornherein einen ausgebildeten Juristen als Bürgermeister haben. Das Wahlgremium aus den Herren Dr. med. Wolfes, Rechtsanwalt Seckels, den Apothekern Meins und Rassau, dem Weinhändler Winter und dem Kaufmann Eiben entschied sich einstimmig für den 31jährigen Assessor Friedrich Schwiening aus Göttingen. Mehr erfahren Karl Anklam (1924 - 1933 und 1945 - 1946) - Als nach dem jahrzehntelangen soliden Wirken des Patriarchen Schwiening ein neuer Mann für das Bürgermeisteramt gesucht wurde, wünschte man sich in den schwieriger gewordenen Zeiten eine Figur, die imstande war, die bedrohenden Nachkriegsverhältnisse zu lösen. Es sollte jemand sein, der sich durch Tatkraft und Dynamik auszeichnete. Unter den 55 Bewerbungen wurde der 41jährige Dr. jur. Karl Anklam aus dem Pommernland ausgewählt. Mehr erfahren Kurt Fischer (1933 - 1939) - Kurt Fischer war der erste von fünf nationalsozialistischen Bürgermeistern. Schon bei seiner Auswahl unter 84 Bewerbungen hatte man ihn als einen jungen, dynamischen Mann ausgesucht, der das Parteiabzeichen bereits seit 1931 trug. Fischer kam aus Landsberg an der Warthe, wo er am 03.12.1902 als Sohn eines Landwirtes geboren wurde. Mehr erfahren Hermann von Schleusen (1946 - 1964) - Hermann von Schleusen war der erste ehrenamtliche Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg. Er wurde am 15. Juni 1879 in Aurich geboren. Sein Vater war der erste Photograph in Aurich. Der Sohn machte eine kaufmännische Lehre, diente als Soldat beim 78. Infanterieregiment, heiratete eine Gastwirtstochter und machte sich schließlich mit 24 Jahren selbständig. Mehr erfahren Hermann Hippen (1964-1978) - Hermann Hippen stammt aus einem alten Auricher Handwerkergeschlecht. Er wurde 1907 in Aurich geboren, besuchte das Gymnasium bis zur mittleren Reife und machte eine kaufmännische Lehre. In der Wirtschaftskrise der 20er Jahre verlor er seine Arbeit in der Ausbildungsfirma. 1930 fand er eine Anstellung bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse, und dort blieb er dann bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1969 als Verwaltungsamtmann. Mehr erfahren
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