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Schülerinnen und Schüler entwickeln Ideen für die Mobilität der Zukunft in Aurich

Wer könnte die Zukunft einer Stadt besser beschreiben als diejenigen, die sie noch viele Jahrzehnte vor sich haben? Dieser Frage ging ein dreistündiger Workshop mit Schülerinnen und Schülern einer 7. Klasse der Realschule Aurich nach. Im Ratssaal der Stadt Aurich erhielten die Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Perspektiven, Wünsche und Ideen für die zukünftige Entwicklung ihrer Stadt einzubringen.

Der Workshop war Teil des Beteiligungsprozesses zur Entwicklung eines Leitbildes für die zukünftige Mobilitäts- und Stadtentwicklung Aurichs. Ziel war es, die Sichtweise junger Menschen bewusst einzubeziehen. Im Vorfeld waren bereits Politiker*innen, Interessenvertreter*innen und Bürger*innen beteiligt worden.

Was ist überhaupt ein Leitbild? 
Zu Beginn wurden die Jugendlichen altersgerecht in das Thema eingeführt. Anhand konkreter Beispiele aus ihrem Alltag beschäftigten sie sich damit, was ein Leitbild ist, warum Städte ein solches entwickeln und welche Rolle die eigenen Vorstellungen und Wünsche dabei spielen. Anschließend wurden die Schüler*innen selbst aktiv. In Kleingruppen arbeiteten sie an vier Stationen und setzten sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit der zukünftigen Entwicklung Aurichs auseinander.

Vier Stationen, viele Perspektiven 
An der ersten Station gestalteten die Jugendlichen ihre eigene Straße. In der Rolle von Verkehrsplaner*innen verteilten sie den begrenzten Straßenraum auf verschiedene Verkehrsteilnehmende und berücksichtigten dabei unterschiedliche Interessen. Am Ende konnte sich jede Gruppe auf eine Aufteilung einigen. Dabei zeigte sich, dass die Jugendlichen den vorhandenen Straßenraum künftig stärker zugunsten des Rad- und Fußverkehrs gestalten würden.

An einer weiteren Station entwickelten die Schüler*innen als Journalist*innen mögliche Schlagzeilen darüber, wie die lokale oder überregionale Presse im Jahr 2040 über Aurich berichten könnte.

An der dritten Station stand ebenfalls redaktionelle Arbeit im Mittelpunkt. Die Schüler*innen entwickelten ein Video, in dem sie darstellen sollten, was sie heute in Aurich stört und wie dieses Problem im Jahr 2040 gelöst sein könnte. Dabei berücksichtigten sie neben den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen auch die Perspektive älterer Menschen und sozial benachteiligter Gruppen.

An der letzten Station arbeiteten die Jugendlichen mit einem großen Stadtplan. Sie zeichneten wichtige Verbindungen ein und stellten dar, welche Bedeutung die jeweiligen Verkehrsmittel für sie haben. Dabei wurden auch Lücken sichtbar, wie Orte, die heute mit dem Fahrrad nur schwer erreichbar sind.

Jugendliche sehen ihre Stadt aus einem anderen Blickwinkel 
Im Workshop wurde deutlich, wie viele konkrete Beobachtungen und Ideen die Jugendlichen aus ihrem Alltag mitbringen. Schulwege, Treffpunkte oder Verkehrsverbindungen betrachten sie aus einer anderen Perspektive als Erwachsene. Die offene und kreative Mitarbeit zeigte, dass Jugendliche konkrete Ideen und Wünsche für die zukünftige Mobilitäts- und Stadtentwicklung Aurichs mitbringen.

Ein Baustein für das zukünftige Leitbild 
Die Ergebnisse des Jugendworkshops fließen in den weiteren Beteiligungsprozess ein und werden gemeinsam mit Rückmeldungen anderer Personengruppen betrachtet. Gerade durch die Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven können vielfältige Bedürfnisse und Interessen berücksichtigt werden. Dabei geht es nicht darum, die Wünsche einer einzelnen Personengruppe eins zu eins in ein fertiges Konzept zu übertragen. Vielmehr sollen die verschiedenen Sichtweisen zusammengeführt werden, um gemeinsame Ziele für die zukünftige Entwicklung der Stadt zu formulieren.

Für die Jugendlichen war der Workshop vor allem eine Gelegenheit, über die eigene Stadt nachzudenken, gemeinsam Ideen zu entwickeln und zu erleben, dass die eigene Meinung bei der Gestaltung der Zukunft Aurichs gefragt ist. Gleichzeitig bot der Workshop die Möglichkeit, demokratische Beteiligungsprozesse kennenzulernen und zu erfahren, wie unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse bei gemeinsamen Entscheidungen berücksichtigt werden müssen. So konnte neben dem Bewusstsein für die eigene Mitgestaltung auch das Demokratieverständnis der Jugendlichen gestärkt werden.

Ansprechpartner:
Stadt Aurich 
Stabsstelle Klima & Mobilität 
Herr Volker Alberts 
Telefon: 04941 / 12 2604 
E-Mail: v.alberts@stadt.aurich.de  

Foto Urheber: ikoono, Johannes P. Reimann