Veranstaltungen für Aurich

Ausstellungseröffnung: "Querkopf" Beuys im Auricher Kunstpavillon

Beginn:17.06.2018 15:00
Ende:19.08.2018 18:00
Ort:Kunstpavillon am Ellernfeld
Kategorie:Ausstellung
Veranstalter:Kunstverein Aurich

Beschreibung:

"Querkopf" Beuys im Auricher Kunstpavillon
weitere Künstler: Herbert Zangs und Abraham David Christian


Zu der Sommeraktion "Querköpfe" der Kulturmeile Aurich, hat sich der Auricher Kunstverein was ganz besonderes einfallen lassen: ab Sonntag, den 17. Juni, 11.30 Uhr sind in den Räumen des Auricher Kunstpavillons Werke von den drei bedeutendsten Künstlern der deutschen Nachkriegskunst zu sehen: Joseph Beuys, Herbert Zangs und Abraham David Christian. Allen dreien gemeinsam ist das Heimatgebiet Nordrheinwestfalen mit Kleve und Düsseldorf. Die drei Künstler waren Studierende der Düsseldorfer Kunstakademie, wobei Beuys und Christian später auch an der Düsseldorfer Kunstakademie unterrichteten, Beuys erhielt 1961 dort eine Professur. Beuys, Zangs und Christian Künstler galten seinerzeit als Provokateure, Pioniere und Wegbereiter. Der wohl bekannteste, sperrigste und ruheloseste Geist unter den drei Querköpfen war Joseph Beuys. Geboren 1921 in Kleve, war er einer der bedeutendsten deutschen Aktionskünstler, Bildhauer, Zeichner und Kunsttheoretiker. Er setzte sich in den 1970er Jahren mit Fragen des Humanismus, der Sozialphilosophie und Anthroposophie auseinander. Dies führte zu seiner speziellen Definition eines erweiternden Kunstbegriffs, der "sozialen Plastik". Er forderte ein kreatives Mitgestalten an der Gesellschaft und in der Politik.
Joseph Beuys, der Mann mit dem Hut, dem Filz und der Fettecke. 30 Jahre nach seinem Tod erscheint er uns immer noch als Visionär, der seiner Zeit voraus war und noch immer ist. Als erster deutscher Künstler erhielt er eine Einzelausstellung im Guggenheim Museum in New York, während zuhause seine Werke mehrheitlich noch als "teuerster Sperrmüll" aller Zeiten gelten. Welcher "Sperrmüll" nun die Räume des Auricher Kunstpavillons ziert, bleibt eine Überraschung! Wie auch immer man das sieht, "Kunst oder Sperrmüll", egal, Aurich darf stolz darauf sein ein Original des so bedeutenden Künstlers in Aurich sehen zu dürfen!
Nicht weniger sehenswert sind die Werke des 2003 verstorbenen Künstlers Herbert Zangs.
Zangs gilt als Wegbereiter der abstrakten Malerei in Deutschland und als Vorreiter des deutschen Informel. Als Weltenbummler und Lebemann war auch er, wie Beuys, seiner Zeit voraus. Jedoch war er bis zu seinem Tod eine umstrittene Persönlichkeit. 1970 sorgte er für einen Skandal, weil er Bilder rückdatiert hatte - jedoch mit einer charmanten Begründung: die Bilder seien in dem Jahr datiert, in dem das Konzept dazu entstanden ist. Bekannte Werke von Herbert Zangs sind die sogenannten "Scheibenwischer-Arbeiten", bei denen die Farbe mit herkömmlichen Autoscheibenwischern aufgetragen wurde und die bereits die seriellen Kunstrichtungen der 1960er Jahre vorwegnahmen. Es folgten die "Rechenzeichen-Collagen", "Pinselabwischungen" und die "Peitschenbilder".
Der jüngste der drei Querköpfe, den der Auricher Kunstverein ab Sonntag, den 17. Juni, 11.30 Uhr ausstellt, ist der Düsseldorfer Abraham David Christian. Geboren 1952, nahm er schon mit 19 Jahren an der Kasseler Documenta teil. Bekannt wurde er damals durch den legendären Boxkampf, zu dem Christian seinen damaligen Lehrmeister Joseph Beuys nach einer Diskussion auf der Documenta aufforderte. Damals vertrat David Christian eine radikaldemokratische Kunstauffassung. Später wurde Christian im Gegensatz zu Beuys und Zangs eher eine zurückhaltende Künstlerpersönlichkeit, der Medienrummel verabscheut. Auch er zählt als Zeichen- und Skulpturenkünstler zu den wichtigsten Figuren der abstrakten Nachkriegskunst. Seine formal ausgewogenen geometrischen Erd-,Papier- und Bronzeskulpturen sind geprägt von der Auseinandersetzung mit dem Formenrepertoire verschiedenster Kulturen.