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Aktion "Auf den Punkt gebracht"

Große Punkte auf dem Straßenpflaster weisen auf die Aktion Auf den Punkt gebracht hin
Am Bürgermeister-Hippen-Platz sorgten die großen Punkte für Aufmerksamkeit

Jedes Jahr im Herbst, wenn es draußen ungemütlich wird und man sich eigentlich lieber ins Haus zurückzieht, machen überall auf der Welt Frauen auf ein drängendes Problem aufmerksam: Am 25. November findet bereits seit vielen Jahren der Aktionstag gegen Gewalt an Frauen statt. Ein Thema, das in unserer Gesellschaft immer noch tabuisiert wird. Das eigene Zuhause kann der gefährlichste Ort der Welt sein.

Gerade jetzt, in der Corona-Krise, ist die Situation in vielen Familien sehr angespannt, die Nerven liegen blank. Studien aus allen Teilen der Welt und auch aus Deutschland belegen, dass Gewalt gegen Frauen und Kinder in der Pandemie zugenommen hat. Das permanente Beieinandersein auf engem Raum begünstigt familiäre Konflikte. Hinzu kommen Sorgen über die Gesundheit, den Arbeitsplatz und das Geld. Es fehlen die sozialen Kontakte, die ein Ventil für die angespannte Lage zu Hause sein können. Dadurch kann aber auch die sogenannte „soziale Kontrolle“, oder besser das soziale Hilfesystem nicht greifen.


Der Arbeitskreis „Gewaltfrei leben im Landkreis Aurich“ führt auch in diesem Jahr wieder eine Aktion durch, um die Bevölkerung zu sensibilisieren. Das persönliche Gespräch in den Städten und Gemeinden ist zwar nicht möglich, doch die Initiatorinnen - das sind das Frauenhaus und die BISS-Beratungsstelle in Aurich, die Polizei, der Weiße Ring, die Opferhilfe, die AWO-Beratungsstelle, der Zonta-Club sowie die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten - haben sich etwas Neues einfallen lassen: Sie werden große Punkte mit zentralen Botschaften auf öffentlichen Wegen kleben. So werden Menschen in ihrem Alltag und ganz nebenbei mit dem Thema konfrontiert: "Wie viele Frauen im Landkreis Aurich suchen jedes Jahr Hilfe, wenn sie häusliche Gewalt erleben?", steht da geschrieben. Die Antwort gibt es nur wenige Schritte weiter: "Es sind über 600 Frauen, die allein im Landkreis Aurich jedes Jahr Hilfe und Unterstützung im Frauenhaus erhalten. Die Dunkelziffer derer, die sich nicht melden, oder die anderweitige Hilfe bekommen, ist deutlich höher."
 
Gleichzeitig werden auch Hilfsmöglichkeiten aufgezeigt. So finden Betroffene, aber auch alle, die sich um Frauen in Gewaltsituationen sorgen, auf den letzten Bodenpunkten die Telefonnummern der örtlichen Hilfsangebote.

Wie bereits in den vergangenen Jahren wird die Fahne der Organisation Terre des Femmes vom Tag gegen Gewalt am 25. November bis zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2020 überall im Landkreis an den Rathäusern wehen. Auch werden am 25. November wieder zahlreiche öffentliche Gebäude orange beleuchtet, um ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen. Durch die vielen gleichzeitig stattfindenden Aktionen hofft der Arbeitskreis auf eine hohe Wahrnehmbarkeit, so dass niemand an diesem wichtigen Thema vorbeikommt, niemand sollte einfach darüber hinweggehen.

Mit Plan zum Ziel: Strategisch für Gleichstellung

Die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen begrüßt die gerade verabschiedete Gleichstellungsstrategie der Bundesregierung. Endlich gelten gemeinsame Ziele für die strategische Gleichstellung von Frau und Mann für die Arbeit der gesamten Bundesregierung. Es ist ein großer Schritt vorwärts, wenn Impulse für Gleichstellung in der Wirtschaft und am Arbeitsmarkt, in Bildung, Kultur, in der Digitalisierung und im öffentlichen Dienst aus allen Ressorts zusammenkommen.

Lesen Sie mehr zum Thema:

-> Pressemitteilung der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen vom 13.07.2020 [PDF]

Systemrelevant waren sie schon immer

Die Gleichstellungsbeauftragten der Städte Emden, Leer, Aurich und Norden nehmen anlässlich des Tages der Pflegenden und des Muttertages Stellung zur gesellschaftlichen Bedeutung und Bewertung von Frauenberufen und Frauenarbeit.  

Systemrelevant waren sie schon immer: Reinigungs- und Küchenkräfte, Ärzt*innen, Arzthelfer*innen, Verkäufer*innen, Pädagog*innen, Hebammen und nicht zuletzt das Pflegepersonal. Nur so benannt und entsprechend anerkannt wurden diese nicht. Ein besonderes Merkmal dieser Berufsgruppen ist, dass überwiegend Frauen in diesen Berufen tätig sind und dies mit den in den sogenannten „Frauenberufen“ geringen Bezahlungen. Die Belastungen in diesen Berufsgruppen waren schon immer sehr groß. Das zeigt sich besonders in dieser Krisenzeit.

Am 12. Mai ist der Internationale Tag der Pflegenden. Zurzeit wird insbesondere das Pflegepersonal beklatscht. Eine einmalige Prämie für den besonderen Einsatz in Zeiten der Pandemie soll gezahlt werden und bessere Bezahlungen werden in Aussicht gestellt.

Diese Maßnahmen werden jedoch kaum die Misere in der Pflege beenden. Denn dies passiert aktuell tatsächlich in der Pflege: Pflegekräfte werden mit einer Aushebelung der Arbeitszeitverordnung konfrontiert, die nunmehr einen 12-Stundenarbeitstag erlaubt.

Diese Bündelung von Arbeitszeit mag aus organisatorischer Sicht in den Pflegeeinrichtungen nützlich erscheinen. Sie nimmt jedoch nicht in den Blick, dass auch Pflegende Menschen sind, die Erholungszeit dringend benötigen. Eine volle Konzentration über einen so langen Zeitraum ist kaum möglich, die Wahrscheinlichkeit von Fehlern ist nachgewiesener Maßen sehr groß. Nicht berücksichtigt wird auch die Tatsache, dass viele der zumeist weiblichen Pflegekräfte neben ihrer aufreibenden Arbeit auch noch Familienangehörige betreuen. Die Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen übernehmen auch in Zeiten von Kurzarbeit und Homeoffice überwiegend Frauen, Homeschooling eingeschlossen. Dies ist zwar in der Öffentlichkeit nicht sichtbar, jedoch absolut systemrelevant!

Die hohen Anforderungen in der Pflege sind in der aktuellen Krise extrem geworden und sind von den Pflegenden kaum noch zu leisten: Was passiert, wenn in einem Pflegeheim trotz der Hygienemaßnahmen der Corona-Virus Einzug hält und die Staatsanwaltschaft auf den Plan ruft? Wer trägt die Verantwortung, wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein dementiell erkrankter Mensch unbeobachtet das Heim verlässt? Wie sollen Pflegekräfte diesem Druck standhalten?

Die Fluktuation in der Pflege ist extrem hoch. Immer mehr Beschäftigte möchten über kurz oder lang aus der Pflege aussteigen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf scheint kaum möglich zu sein. Die Situation macht die Bemühungen zunichte, junge Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen.

„Bei Corona ist Umsicht gefragt“ oder „Umsicht und Vorsicht bleiben unser Maßstab“ schrieb Markus Söder, der bayrische Ministerpräsident, auf Instagram. Dieser Einsicht stimmen wir zu. Doch wie sieht die aktuelle Diskussion aus? Welche Wirkung hat es auf Menschen in systemrelevanten Berufen, dass Geisterspiele im Fußball erlaubt sind, die Testungen und Schutzmaterialien beanspruchen, die an anderer Stelle dringend benötigt werden, um Menschenleben zu schützen?

Umsicht heißt aus unserer Sicht, alles mit dem gleichen Maß zu messen. Menschen in systemrelevanten Berufen sowie in der Fürsorgearbeit zu unterstützen und zu entlasten ist das Gebot der Stunde. Frauen leisten auch in der Fürsorgearbeit die Hauptlast und in dieser Krise noch mehr als zuvor, z. B. als Mütter, als Töchter, als Partnerinnen.

Der Deutschen Fußball-Liga hätte es besser zu Gesicht gestanden, anzuregen, die Fußballfelder für Kinder zu öffnen, damit diese ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben können. Auch für Mütter und Väter wäre es sicherlich eine große Entlastung, wenn es ausreichend Raum in der Öffentlichkeit gäbe, den Kinder nutzen können.

Ach ja, zwei Tage vor dem Internationalen Tag der Pflegenden am 10. Mai ist Muttertag. In Coronazeiten bekommt auch dieser Tag noch mal eine besondere Bedeutung. Und ist es Ironie des Schicksals? Am 11. Mai ist der Tag der Kinderbetreuung.

Der Begriff „systemrelevant“ ist durch die Corona-Pandemie erst vollends in das gesellschaftliche Bewusstsein gerückt. Es ist an der Zeit, dass die größtenteils unsichtbare Fürsorgearbeit, die hauptsächlich von Frauen geleistet wird, ebenfalls als systemrelevant benannt wird. Aus der Soziologie ist bereits seit vielen Jahren bekannt, dass ohne diese „reproduktive Arbeit“ das Gesellschaftssystem zusammenbricht. Sorgen wir also gemeinsam dafür, dass durch Umsicht systemrelevante Arbeit, die bezahlt sowie unbezahlt geleistet wird, gleichgestellt und gleich wertgeschätzt wird.

 
Birgit Ehring-Timm 
Gleichstellungsbeauftragte Stadt Aurich 
Bgm.-Hippen-Platz 1 26603 Aurich
Tel.: 04941 / 12 - 19 00
E-Mail: ehring-timm@stadt.aurich.de 

Okka Fekken 
Gleichstellungsbeauftragte Stadt Emden
Frickensteinplatz 2 
26721 Emden 
Tel. 04921 / 87 - 12 99 
E-Mail: Fekken@emden.de 

Tomke Hamer 
Gleichstellungsbeauftragte Stadt Leer
Rathausstraße 1
26789 Leer
Tel.: 0491 / 97 82-315
E-Mail: tomke.hamer@leer.de 

Elke Kirsten 
Gleichstellungsbeauftragte Stadt Norden 
Am Markt 19 
26506 Norden 
Tel.: 04931 / 923 - 407 
elke.kirsten@norden.de

Absage der 30. Auricher Frauenwochen

Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die Veranstaltungen anlässlich der 30. Auricher Frauenwochen abgesagt werden.

Auricher Frauenwochen 2020

Auricher Frauen
Die Initiatorinnen präsentieren das Programm der 30. Auricher Frauenwochen

Die Arbeitsgemeinschaft Auricher Frauen präsentiert das Programm für die 30. Auricher Frauenwochen, die in der Zeit vom 25. Februar bis zum 20. März 2020 stattfinden. Sie stehen unter dem Thema „Weichen stellen: Zukunft gestalten!“

In mehr als 40 Veranstaltungen wird deutlich, dass die Lebensbedingungen für Frauen und Männer noch immer sehr unterschiedlich sind.

„Während der Frauenwochen setzen wir den Fokus auf Themen, die Frauen in die Gesellschaft einbringen möchten; Themen, die uns auf den Nägeln brennen. Wir laden alle interessierten Menschen ein, mit uns zu diskutieren“ so Birgit Ehring-Timm, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aurich. Es hat sich bewährt, eine große Themenbreite anzubieten. Die Frauenwochen beinhalten politische Diskussionen, Berufs- und Karrieretipps, Kommunikation, Gesundheit, Ökologie und Nachhaltigkeit, Kultur-, Kino-, Sport- und Tanzveranstaltungen, Gesprächskreise mit unterschiedlichen Schwerpunkten und die erste Auricher Babywelt.

Zusätzlich wird auch in diesem Jahr eine Ausstellung im Auricher Rathaus zu sehen sein. Diesmal geht es um die UN-Frauenrechtskonvention (CEDAW), die bereits vor 40 Jahren verabschiedet wurde. Sie beschreibt Frauenrechte als Menschenrechte und verpflichtet die 189 unterzeichnenden Staaten (darunter auch Deutschland), alle Diskriminierungen gegenüber Frauen abzubauen. Die Ausstellung „Gleichstellung sichtbar machen – CEDAW in Niedersachsen“ ist während der Frauenwochen zu den Öffnungszeiten des Rathauses im 1. OG zu sehen. Die Programmhefte sind im Rathaus und in vielen weiteren Institutionen erhältlich.

Weitere Informationen sind auch im Internet zu finden unter www.auricherfrauen.de!

Lebendiger FrauenKalender 2020

Die Lenkungsgruppe des Runden Tisches FrauenLeben in Ostfriesland stellte den Lebendigen FrauenKalender 2020 vor
Die Lenkungsgruppe des Runden Tisches FrauenLeben in Ostfriesland stellte den Lebendigen FrauenKalender 2020 vor.

Bildrechte: Reinhard Former, Ostfriesische Landschaft Aurich

Das Erfolgsmodell des "Lebendigen FrauenKalenders" wird auch in 2020 fortgesetzt. Jeden Monat wird auf der Ostfriesischen Halbinsel das Wirken einer bedeutsamen Frau vorgestellt. Es werden sowohl historische Persönlichkeiten in den Mittelpunkt gerückt, als auch Themen aufgegriffen, die einen Bezug zur Gegenwart herstellen und Perspektiven für die Zukunft aufzeigen. 

Ein Beispiel dafür ist eine Veranstaltung, die den Karriereweg von Frauen in der Wissenschaft aufzeichnet. Ein aktuelles Thema, welches jungen Frauen die Fördermöglichkeiten, Voraussetzungen und Chancen in einer wissenschaftlichen Ausbildung informiert. In Kurzporträts und Gesprächsrunden begleiten junge und erfahrene Wissenschaftlerinnen den Abend.

Eine internationale Tagung betrachtet das FrauenLeben in Ostfriesland unter der Perspektive, wie der Kulturtourismus in ländlichen Räumen gestärkt wird.  

Diese Beispiele verdeutlichen das Konzept des "Runden Tisches FrauenLeben in Ostfriesland": Aktuelle Themen werden aufgegriffen, historisch, kulturell, wissenschaftlich, didaktisch und touristisch aufbereitet und aus gleichstellungspolitischer Perspektive der Öffentlichkeit präsentiert. Dieses Ziel wird mit dem Kalender praktisch umgesetzt, der in einer Auflage von 12.500 Exemplaren in Ostfriesland, dem angrenzenden Friesland und Ammerland verteilt wird. 

Der Lebendige FrauenKalender zeigt den Überblick über 12 Veranstaltungen 2020. Dieser ist kostenlos und liegt in vielen öffentlichen Einrichtungen, Volkshochschulen, Touristikbüros und der Ostfriesischen Landschaft aus.

Informieren können sich Interessierte auch im Internet unter: www.emden.de/frauenlebeninostfriesland oder http://teetied-ostfriesland.de/allgemein/frauenleben-in-ostfriesland/.

Der "Lebendige Frauenkalender" steht auch hier zum Download bereit: 

-> Lebendiger Frauenkalender 2020 [PDF]


Übrigens: Männer sind zu den Veranstaltungen ausdrücklich erwünscht. 

Für weitere Auskünfte steht die Lenkungsgruppe des "Runden Tisches FrauenLeben in Ostfriesland" gerne zur Verfügung:

Birgit Ehring-Timm 
Gleichstellungsbeauftragte Stadt Aurich 
Bgm.-Hippen-Platz 1 26603 Aurich
Tel.: 04941 / 12 - 19 00
E-Mail: ehring-timm@stadt.aurich.de 

Okka Fekken 
Gleichstellungsbeauftragte Stadt Emden
Frickensteinplatz 2 
26721 Emden 
Tel. 04921 / 87 - 12 99 
E-Mail: Fekken@emden.de 

Tomke Hamer 
Gleichstellungsbeauftragte Stadt Leer
Rathausstraße 1
26789 Leer
Tel.: 0491 / 97 82-315
E-Mail: tomke.hamer@leer.de 

Elke Kirsten 
Gleichstellungsbeauftragte Stadt Norden 
Am Markt 19 
26506 Norden 
Tel.: 04931 / 923 - 407 
elke.kirsten@norden.de

HINWEIS! 
Aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie fallen bis einschließlich November 2020 alle geplanten Veranstaltungen aus. Zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden die Veranstalterinnen über die Durchführung der im Dezember 2020 geplanten Veranstaltung.

Keine Wahl ist keine Wahl

Wirken von Frauen eindrucksvoll und unterhaltsam auf die Bühne gebracht: Gleichstellungsbeauftragte loben LAK-Stück „Keine Wahl ist keine Wahl“

In diesem Jahr wird in Deutschland das Jubiläum „100 Jahre Frauenwahlrecht“ gefeiert. Zu diesem Anlass hat Christine Schmidt von der Ländlichen Akademie Krummhörn-Hinte e. V. (LAK) ein Theaterstück mit dem Titel „Keine Wahl ist keine Wahl!“ geschrieben, das nun an verschiedenen Orten in Ostfriesland aufgeführt werden soll. Die Gleichstellungsbeauftragten Birgit Ehring-Timm (Stadt Aurich), Okka Fekken (Stadt Emden), Tomke Hamer (Stadt Leer), Gerda Janssen (Gemeinde Ihlow), Frauke Jelden (Landkreis Aurich), Hannelore Jürgler (Gemeinde Krummhörn) und Elke Kirsten (Stadt Norden) freuen sich, dass die LAK sich dieses Themas angenommen hat und die Bedeutung von 100 Jahren Frauenwahlrecht einer breiten Öffentlichkeit auf unterhaltsame Weise näherbringt. 

Das Projekt wurde entwickelt in Kooperation mit der Lenkungsgruppe des Runden Tisches Frauenleben in Ostfriesland. Die Schirmherrschaft hat die Präsidentin des Niedersächsischen Landtages, Dr. Gabriele Andretta, übernommen.

Was hat sich aber tatsächlich in den 100 Jahren nach Einführung des allgemeinen Wahlrechts verändert? Wofür streiten Frauen heute? Was bringt die Zukunft? Diese Fragen erörtert im Stück eine Journalistin mit den Frauen der ersten Stunde. Sie trifft auf Marie Juchacz, Anita Augspurg, Clara Zetkin, Hertha Gotthelf, Elisabeth Selbert, Frieda Nadig, Wilhelmine Siefkes, Elisabeth Haselhoff und weitere Kämpferinnen für die Gleichberechtigung.

Bereits in der Vergangenheit habe die LAK mehrfach bewiesen, dass sie das Leben und Wirken von Frauen großartig auf die Bühne bringen könne, betonten die Gleichstellungsbeauftragten und erinnerten an die Theaterstücke über Wilhelmine Siefkes, Hermine Heusler-Edenhuizen und Recha Freier. Auch in der aktuellen Produktion findet sich der regionale Bezug wieder.

In „Keine Wahl ist keine Wahl!“ werden Frauen lebendig, die sich gegen alle gesellschaftlichen Widrigkeiten für ihre Rechte eingesetzt haben. Weil bis heute deutlich weniger Frauen als Männer in Führungspositionen und in der Politik zu finden sind, ist die Thematik immer noch hochaktuell.

Ein Ziel der Arbeit der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten ist, dass alle Menschen selbst entscheiden können, wie sie leben möchten - unabhängig von ihrem Geschlecht - und dass die Rahmenbedingungen entsprechend gestaltet werden. In diesem Sinne laden die Gleichstellungsbeauftragen dazu ein, sich das Stück der LAK anzusehen. Es fordert dazu auf, sich mit typischen Frauen- und Männerbildern auseinanderzusetzen. „Spannende Diskussionen am Frühstückstisch werden sicherlich die Folge sein“, meinen die Gleichstellungsbeauftragten.

Nähere Informationen zum Theaterstück können dem Flyer entnommen werden:

-> Flyer "Keine Wahl ist keine Wahl" [PDF]


Die Gleichstellungsbeauftragten Birgit Ehring-Timm (Stadt Aurich), Okka Fekken (Stadt Emden), Tomke Hamer (Stadt Leer), Gerda Janssen (Gemeinde Ihlow), Frauke Jelden (Landkreis Aurich), Hannelore Jürgler (Gemeinde Krummhörn) und Elke Kirsten (Stadt Norden)
Die Gleichstellungsbeauftragten Tomke Hamer (Stadt Leer), Birgit Ehring-Timm (Stadt Aurich), Okka Fekken (Stadt Emden), Hannelore Jürgler (Gemeinde Krummhörn), Elke Kirsten (Stadt Norden), Frauke Jelden (Landkreis Aurich) und Gerda Janssen (Gemeinde Ihlow)

Frauen in die Kommunalpolitik!

Eine Zeichnung zweier Personen

Ab dem Herbst 2019 erhalten Frauen aus dem Landkreis Aurich und der Stadt Emden die Möglichkeit, ihr Wissen über die Kommunalpolitik zu vertiefen. Im Oktober 2019 startet die Fortbildungsreihe „Frauen in die Kommunalpolitik“, eine Kooperation der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Aurich, der Städte Emden, Aurich und Norden sowie der Volkshochschulen Aurich, Emden und Norden. In sechs Modulen werden den Teilnehmerinnen Inhalte zu den Grundlagen des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes, Haushalt und Finanzen, aber auch zu Kommunikation und Rhetorik sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit vermittelt. Erstmalig werden Einheiten zu den Sozialen Medien und Stressmanagement angeboten.

Ziel des Projektes ist es, mehr Frauen für politische Tätigkeiten in der Kommune zu gewinnen. Der Frauenanteil in den Stadt- und Gemeinderäten sowie dem Kreistag liegt immer noch deutlich unter dem der Männer. Die niedersächsischen Kommunalparlamente sind im Durchschnitt zu 76 % männlich besetzt. Auch im Landkreis Aurich und der Stadt Emden liegt der Frauenanteil bei nur knapp 24 %. Gleichzeitig sind viele Frauen gesellschaftspolitisch aktiv und lernen durch diese Fortbildung, ihre Einflussmöglichkeiten vor Ort zu stärken. 

Am 25. September 2019 sind interessierte Frauen herzlich zu einer Auftaktveranstaltung in die KVHS Aurich eingeladen. Ab 19.00 Uhr berichten Politikerinnen aus unserer Region, was sie bewogen hat, sich politisch zu engagieren und was für sie in Bezug auf die politische Arbeit wichtig und hilfreich ist. Die Podiumsdiskussion mit einem anschließenden „Speeddating“ versprechen spannende Einblicke für die Teilnehmerinnen. An diesem Abend erhalten interessierte Frauen auch einen Einblick in die verschiedenen Fortbildungsmodule.

Näheres können Sie dem Informationsflyer entnehmen:

-> Flyer zur Fortbildungsreihe „Frauen in die Kommunalpolitik“ [PDF]

Pressemitteilung der „Arbeitsgemeinschaft kommunaler Gleichstellungsbeauftragter im Landkreis Aurich“

Gleichstellung im Landschaftskollegium

In diesem Jahr haben wir in Deutschland zwei wichtige Ereignisse für die Demokratie gefeiert. Seit 100 Jahren dürfen Frauen wählen und gewählt werden und im Mai diesen Jahres konnten wir das Jubiläum "70 Jahre Grundgesetz" feiern, insbesondere den Artikel 3, der die Gleichberechtigung von Frau und Mann festschreibt. Beide Ereignisse sind sowohl Meilensteine für die Demokratie, wie auch für die Gleichstellung von Frauen.

Aber wie sieht es mit der Vertretung von Frauen und Männern in den Parlamenten aus? Obwohl in der Bundesrepublik mehr Frauen als Männer leben, gehören dem Deutschen Bundestag gerade einmal rund 30 % Frauen an, im Niedersächsischen Landtag liegen wir bei 27,3 % und nur ein knappes Viertel der Abgeordneten im Kreistag des Landkreises Aurich sind weiblich. So verwundert es nicht, dass der Frauenanteil in der Landschaftsversammlung nur 26,5 % beträgt. Alleine diese Tatsache sollte schon aufschrecken, doch dass es in der langen Geschichte der Ostfriesischen Landschaft mit Ingrid Buck überhaupt erst eine Frau in der Position der Landschaftsrätin gegeben hat, ist nicht länger hinzunehmen. Lange gab es keine Bemühungen, Frauen verstärkt in die leitenden Gremien der Ostfriesischen Landschaft aufrücken zu lassen. Mit dem Antrag von Christine Schmidt an die Landschaftsversammlung haben es die Verantwortlichen jetzt in der Hand, Frauen eine echte Chance zu geben, in das Kollegium gewählt zu werden.

Künftig sollte es für die Fraktionen, die einen Personalvorschlag einbringen, verpflichtend sein, jeweils einen Mann und eine Frau zu benennen. Die Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Aurich, dem die nachstehend genannten Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen angehören, unterstützt die Forderung von Christine Schmidt ausdrücklich und hofft, dass auch bei der Ostfriesischen Landschaft die Gleichstellung der Geschlechter selbstverständlich wird und dieses sich auch künftig im Landschaftskollegium abbildet.

"Arbeitsgemeinschaft kommunaler Gleichstellungsbeauftragter im Landkreis Aurich" unterzeichnet von:

Birgit Ehring-Timm, Stadt Aurich

Darinka Herrmann, Landkreis Aurich

Gerda Janssen, Gemeinde Ihlow

Frauke Jelden, Landkreis Aurich

Hannelore Jürgler, Gemeinde Krummhörn

Elke Kirsten, Stadt Norden

Hannelore Poppinga-Hanssen, Gemeinde Großheide

Anita Schmidt, Gemeinde Hinte

Annette Strecker, Stadt Norderney

Anja Wessels-Hoppen, Gemeinde Dornum

Hinrike Wienekamp, Gemeinde Südbrookmerland

Auricher Frauenwochen 2019

Die Initiatorinnen der Auricher Frauenwochen 2019
Die Initiatorinnen der Auricher Frauenwochen 2019

In der Zeit vom 26. Februar bis zum 23. März 2019 präsentierte die Arbeitsgemeinschaft Auricher Frauen wieder ein umfangreiches Programm anlässlich der Auricher Frauenwochen.

Im Mittelpunkt der Frauenwochen stand das Thema "FRAUEN MACHT EUROPA". Es hat viele Facetten, über die man diskutieren konnte. Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung am 26. Februar 2019 wurde ein Quiz zum Mitmachen angeboten, welches sich mit unterschiedlichen Fragen zu den Themen Frauen, Macht, Einflussnahme, Öffentlichkeit, Verteilung von Aufgaben, Bildung, Erwerbstätigkeit und Gesundheit in europäischen Ländern befasste.

Zahlreiche weitere Veranstaltungen wie z. B. Kochen für junge Frauen, Töpfern, Wasser und Wellness für Frauen, Erzählcafé, Ökologisches Frauenfrühstück wurden angeboten.  

Studienort für Hebammen im Nordwesten gefordert

Der Lenkungskreis zur „Westersteder Erklärung“ forderte gestern in einem Pressegespräch die Einrichtung eines Hochschulstandortes im Nordwesten Niedersachsens.

Bei einem ersten Treffen Ende Mai in Westerstede hatten - aus der Region Oldenburg/Küste angereiste - Gleichstellungsbeauftragte, Hebammen, Chefärzte, eine Sozialdezernentin, ein Pflegedirektor und weiteres Gesundheitspersonal den Hebammenmangel in der Region Ostfriesland, Friesland und Oldenburg deutlich aufgezeigt. Für den Landkreis Leer, den Landkreis Friesland und die Stadt Oldenburg wurde die mangelnde Versorgung mit Hebammenhilfe sehr detailliert dargestellt. Auch andere Regionen verwiesen auf ihre Unterversorgung. Frauen finden keine Kurse, müssen sehr viele Hebammen anrufen, um eine Betreuung nach der Geburt zu finden, was nicht immer gelingt. Kliniken können freiwerdende Hebammenstellen kaum besetzen. Der Druck würde immer größer, weil keine Hebammen „auf dem Markt“ seien, sagt Oliver Bungenstock, Pflegedirektor des Emder Krankenhauses. Zudem gehen in den nächsten acht Jahren viele Hebammen in den Ruhestand, die derzeit einen Großteil der Arbeit leisten.

Auf diesem Treffen wurde mit der „Westersteder Erklärung“ einstimmig beschlossen: „…schnellstmöglich in der Region einen Studiengang Hebammenwesen einzurichten. Der drängende Bedarf an Hebammen im gesamten nordwestlichen Niedersachsen soll, durch einen mit 40-60 Plätzen pro Jahr ausgestatteten dualen Studiengang, für die Zukunft abgesichert werden…“

Es wurde ein Lenkungskreis eingerichtet. Dieser erläuterte im gestrigen Pressegespräch die aktuelle Situation und die weitere Vorgehensweise. Ein zentraler Aspekt eines dualen Studiums der Hebammenwissenschaft hier im Nordwesten wird darin gesehen, die Praxisanteile durch Kooperationen in der gesamten Region zu streuen. So würden insbesondere auch die ländlichen Strukturen profitieren. Für die Theorie brauche es einen gut erreichbaren Studienort, mit Nähe zur Medizin und Versorgungsforschung, mit möglichst internationaler Vernetzung.

In der ländlichen Region fehlen Hebammen und viele, die anderswo ihre Ausbildung absolvieren, kommen nicht zurück. Birgit Ehring-Timm, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aurich, bemängelte die fehlenden Kapazitäten der freiberuflichen Hebammen, wodurch Frauen in der Schwangerschaft und im Wochenbett ohne Betreuung blieben. Dagmar Sachse, Sozialdezernentin aus Oldenburg, wies auf die Hebammenzentrale hin, die zwar in Oldenburg seit mehreren Jahren die Bedarfe koordiniert, den Mangel aber zukünftig nicht komplett auffangen könne. Auch die ärztlichen Leitungen der geburtshilflichen Abteilungen sähen den Bedarf an gut qualifizierten Hebammen, damit auch in Zukunft die Stellen in den Kreißsälen besetzt werden können, verdeutlichte Dr. Thomas Möller, leitender Oberarzt der Ubbo-Emmius-Klinik Aurich. Die Leitung der einzigen Hebammenschule in der Region, Astrid Kruid, äußerte, dass derzeit nur alle drei Jahre 15 Hebammen in Oldenburg ausgebildet werden. 

Deutschland ist in Europa das Schlusslicht bei der Umsetzung der EU-Richtlinien zur Angleichung der Bildungsabschlüsse. Nun muss hier bis Januar 2020 eine Richtlinie umgesetzt sein, die zwölf Jahre Schulbildung zur Eingangsvoraussetzung in die Hebammenausbildung macht und die Vermittlung genauer wissenschaftlicher Kenntnisse vorschreibt. Der Hebammenverband Niedersachsen fordert seit Langem eine rasche Umsetzung der EU-Vorgaben und die Einrichtung von Studienstandorten. Durch die Ausbildung in der Region bestehe die berechtigte Hoffnung, dass genügend Fachkräfte auch blieben.

Die „Westersteder Erklärung“ soll nun aufzeigen, wie groß der Druck in der Region ist und dass hier gemeinsam Lösungen gesucht werden. Viele Entscheidungsträger sollen nun im Weiteren zur Unterzeichnung eingeladen werden. Die Landesregierung wird zum Handeln aufgefordert.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Hebammenverbands: www.hebammen-niedersachsen.de.

Lenkungskreis Hebammenstudium im Nordwesten V. Bujny

-> Westersteder Erklärung zum Aufbau eines Studienstandorts Hebammenwissenschaft im Nordwesten Niedersachsens  [PDF]

 

 

Nationales Gesundheitsziel "Gesundheit rund um die Geburt"

Logo Mother Hood e. V. Regionalgruppe Aurich
  • Sie sind schwanger und finden keine Hebamme?
  • Sie haben viele Fragen und wissen nicht mit wem Sie sprechen können?
  • Sie benötigen Unterstützung, um die Familienphase neu zu organisieren?

 

Dann geht es Ihnen so, wie vielen anderen schwangeren Frauen auch. Der neue Lebensabschnitt will gut geplant sein und er hält so einige Überraschungen bereit.

Im Auricher Bündnis für Familien haben sich zwei Gruppen gegründet, die sich mit dem Thema "Gesundheit rund um die Geburt" beschäftigen. 

In einer Elterninitiative tauschen sich Schwangere und junge Eltern über ihre Bedürfnisse, Wünsche, Unsicherheiten und Fragen aus. Sie unterstützen sich gegenseitig und fordern die Politik auf, gesunde Rahmenbedingungen für Familien rund um die Geburt zu schaffen. Die Initiative begrüßt gerne neue Mitglieder bei ihren Treffen an jedem 1. Montag im Monat um 19.30 Uhr im Familienzentrum. Weitere Informationen hier!

Informationen zur bundesweiten Initiative "motherhood" erhalten Sie hier!

In einem "Runden Tisch" treffen sich in unregelmäßigen Abständen Berufsgruppen und die Elterninitiative, um sich über die Herausforderungen in den örtlichen Strukturen auszutauschen und gemeinsam Handlungsstrategien zur Verbesserung zu entwickeln. Interessierte aus verschiedenen Berufen wie z.B. Hebammen, Familienhebammen, Frühe Hilfen, Beratungseinrichtungen, Gesundheitsamt, aber auch Eltern können an diesen Terminen teilnehmen. Hier werden aktuelle Entwicklungen und Handlungsbedarfe aufgezeigt. Hier finden Sie die Präsentation, die am 12. Februar 2018 diskutiert wurde. 

-> Präsentation "Gesundheitsziel Gesund rund um die Geburt" [PDF]

 

Frauenwochen 2018

100 Jahre Frauenwahlrecht und starke Frauen in Aurich standen im Mittelpunkt der Eröffnungsveranstaltung der 28. Auricher Frauenwochen am Dienstag, den 20. Februar 2018 im Auricher Rathaus. Eingeladen waren alle, die engagierte Frauen in Aurich kennenlernen, sich für ein geschlechtergerechtes Aurich interessieren oder ihre eigenen Ideen einbringen möchten.

Dass Frauen für ihre Rechte kämpfen mussten und dabei immer auch die Auswirkungen für die nächsten Generationen gesehen werden müssen, zeigte die Ausstellung „Mütter des Grundgesetzes“ sehr deutlich. Diese wurde während der gesamten Frauenwochen Rathaus gezeigt. Viele weitere Veranstaltungen setzten sich mit Themen wie Frauenrechte, Macht und Politik, Beruf, geschlechtergerechter Bezahlung, Hebammen und selbstbestimmte Geburt sowie starken Frauen in Aurich und Ostfriesland auseinander. Zudem gab es Angebote im Bereich Kultur und Wellness.