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Mit Plan zum Ziel: Strategisch für Gleichstellung

Die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen begrüßt die gerade verabschiedete Gleichstellungsstrategie der Bundesregierung. Endlich gelten gemeinsame Ziele für die strategische Gleichstellung von Frau und Mann für die Arbeit der gesamten Bundesregierung. Es ist ein großer Schritt vorwärts, wenn Impulse für Gleichstellung in der Wirtschaft und am Arbeitsmarkt, in Bildung, Kultur, in der Digitalisierung und im öffentlichen Dienst aus allen Ressorts zusammenkommen.

Lesen Sie mehr zum Thema:

-> Pressemitteilung der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen vom 13.07.2020 [PDF]

Systemrelevant waren sie schon immer!

Die Gleichstellungsbeauftragten der Städte Emden, Leer, Aurich und Norden nehmen anlässlich des Tages der Pflegenden und des Muttertages Stellung zur gesellschaftlichen Bedeutung und Bewertung von Frauenberufen und Frauenarbeit.  

Systemrelevant waren sie schon immer: Reinigungs- und Küchenkräfte, Ärzt*innen, Arzthelfer*innen, Verkäufer*innen, Pädagog*innen, Hebammen und nicht zuletzt das Pflegepersonal. Nur so benannt und entsprechend anerkannt wurden diese nicht. Ein besonderes Merkmal dieser Berufsgruppen ist, dass überwiegend Frauen in diesen Berufen tätig sind und dies mit den in den sogenannten „Frauenberufen“ geringen Bezahlungen. Die Belastungen in diesen Berufsgruppen waren schon immer sehr groß. Das zeigt sich besonders in dieser Krisenzeit.

Am 12. Mai ist der Internationale Tag der Pflegenden. Zurzeit wird insbesondere das Pflegepersonal beklatscht. Eine einmalige Prämie für den besonderen Einsatz in Zeiten der Pandemie soll gezahlt werden und bessere Bezahlungen werden in Aussicht gestellt.

Diese Maßnahmen werden jedoch kaum die Misere in der Pflege beenden. Denn dies passiert aktuell tatsächlich in der Pflege: Pflegekräfte werden mit einer Aushebelung der Arbeitszeitverordnung konfrontiert, die nunmehr einen 12-Stundenarbeitstag erlaubt.

Diese Bündelung von Arbeitszeit mag aus organisatorischer Sicht in den Pflegeeinrichtungen nützlich erscheinen. Sie nimmt jedoch nicht in den Blick, dass auch Pflegende Menschen sind, die Erholungszeit dringend benötigen. Eine volle Konzentration über einen so langen Zeitraum ist kaum möglich, die Wahrscheinlichkeit von Fehlern ist nachgewiesener Maßen sehr groß. Nicht berücksichtigt wird auch die Tatsache, dass viele der zumeist weiblichen Pflegekräfte neben ihrer aufreibenden Arbeit auch noch Familienangehörige betreuen. Die Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen übernehmen auch in Zeiten von Kurzarbeit und Homeoffice überwiegend Frauen, Homeschooling eingeschlossen. Dies ist zwar in der Öffentlichkeit nicht sichtbar, jedoch absolut systemrelevant!

Die hohen Anforderungen in der Pflege sind in der aktuellen Krise extrem geworden und sind von den Pflegenden kaum noch zu leisten: Was passiert, wenn in einem Pflegeheim trotz der Hygienemaßnahmen der Corona-Virus Einzug hält und die Staatsanwaltschaft auf den Plan ruft? Wer trägt die Verantwortung, wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein dementiell erkrankter Mensch unbeobachtet das Heim verlässt? Wie sollen Pflegekräfte diesem Druck standhalten?

Die Fluktuation in der Pflege ist extrem hoch. Immer mehr Beschäftigte möchten über kurz oder lang aus der Pflege aussteigen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf scheint kaum möglich zu sein. Die Situation macht die Bemühungen zunichte, junge Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen.

„Bei Corona ist Umsicht gefragt“ oder „Umsicht und Vorsicht bleiben unser Maßstab“ schrieb Markus Söder, der bayrische Ministerpräsident, auf Instagram. Dieser Einsicht stimmen wir zu. Doch wie sieht die aktuelle Diskussion aus? Welche Wirkung hat es auf Menschen in systemrelevanten Berufen, dass Geisterspiele im Fußball erlaubt sind, die Testungen und Schutzmaterialien beanspruchen, die an anderer Stelle dringend benötigt werden, um Menschenleben zu schützen?

Umsicht heißt aus unserer Sicht, alles mit dem gleichen Maß zu messen. Menschen in systemrelevanten Berufen sowie in der Fürsorgearbeit zu unterstützen und zu entlasten ist das Gebot der Stunde. Frauen leisten auch in der Fürsorgearbeit die Hauptlast und in dieser Krise noch mehr als zuvor, z. B. als Mütter, als Töchter, als Partnerinnen.

Der Deutschen Fußball-Liga hätte es besser zu Gesicht gestanden, anzuregen, die Fußballfelder für Kinder zu öffnen, damit diese ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben können. Auch für Mütter und Väter wäre es sicherlich eine große Entlastung, wenn es ausreichend Raum in der Öffentlichkeit gäbe, den Kinder nutzen können.

Ach ja, zwei Tage vor dem Internationalen Tag der Pflegenden am 10. Mai ist Muttertag. In Coronazeiten bekommt auch dieser Tag noch mal eine besondere Bedeutung. Und ist es Ironie des Schicksals? Am 11. Mai ist der Tag der Kinderbetreuung.

Der Begriff „systemrelevant“ ist durch die Corona-Pandemie erst vollends in das gesellschaftliche Bewusstsein gerückt. Es ist an der Zeit, dass die größtenteils unsichtbare Fürsorgearbeit, die hauptsächlich von Frauen geleistet wird, ebenfalls als systemrelevant benannt wird. Aus der Soziologie ist bereits seit vielen Jahren bekannt, dass ohne diese „reproduktive Arbeit“ das Gesellschaftssystem zusammenbricht. Sorgen wir also gemeinsam dafür, dass durch Umsicht systemrelevante Arbeit, die bezahlt sowie unbezahlt geleistet wird, gleichgestellt und gleich wertgeschätzt wird.

 
Birgit Ehring-Timm 
Gleichstellungsbeauftragte Stadt Aurich 
Bgm.-Hippen-Platz 1 26603 Aurich
Tel.: 04941 / 12 - 19 00
E-Mail: ehring-timm@stadt.aurich.de 

Okka Fekken 
Gleichstellungsbeauftragte Stadt Emden
Frickensteinplatz 2 
26721 Emden 
Tel. 04921 / 87 - 12 99 
E-Mail: Fekken@emden.de 

Tomke Hamer 
Gleichstellungsbeauftragte Stadt Leer
Rathausstraße 1
26789 Leer
Tel.: 0491 / 97 82-315
E-Mail: tomke.hamer@leer.de 

Elke Kirsten 
Gleichstellungsbeauftragte Stadt Norden 
Am Markt 19 
26506 Norden 
Tel.: 04931 / 923 - 407 
elke.kirsten@norden.de

Lebendiger FrauenKalender 2020

Die Lenkungsgruppe des Runden Tisches FrauenLeben in Ostfriesland stellte den Lebendigen FrauenKalender 2020 vor
Die Lenkungsgruppe des Runden Tisches FrauenLeben in Ostfriesland stellte den Lebendigen FrauenKalender 2020 vor.

Bildrechte: Reinhard Former, Ostfriesische Landschaft Aurich

Das Erfolgsmodell des "Lebendigen FrauenKalenders" wird auch in 2020 fortgesetzt. Jeden Monat wird auf der Ostfriesischen Halbinsel das Wirken einer bedeutsamen Frau vorgestellt. Es werden sowohl historische Persönlichkeiten in den Mittelpunkt gerückt, als auch Themen aufgegriffen, die einen Bezug zur Gegenwart herstellen und Perspektiven für die Zukunft aufzeigen. 

Ein Beispiel dafür ist eine Veranstaltung, die den Karriereweg von Frauen in der Wissenschaft aufzeichnet. Ein aktuelles Thema, welches jungen Frauen die Fördermöglichkeiten, Voraussetzungen und Chancen in einer wissenschaftlichen Ausbildung informiert. In Kurzporträts und Gesprächsrunden begleiten junge und erfahrene Wissenschaftlerinnen den Abend.

Eine internationale Tagung betrachtet das FrauenLeben in Ostfriesland unter der Perspektive, wie der Kulturtourismus in ländlichen Räumen gestärkt wird.  

Diese Beispiele verdeutlichen das Konzept des "Runden Tisches FrauenLeben in Ostfriesland": Aktuelle Themen werden aufgegriffen, historisch, kulturell, wissenschaftlich, didaktisch und touristisch aufbereitet und aus gleichstellungspolitischer Perspektive der Öffentlichkeit präsentiert. Dieses Ziel wird mit dem Kalender praktisch umgesetzt, der in einer Auflage von 12.500 Exemplaren in Ostfriesland, dem angrenzenden Friesland und Ammerland verteilt wird. 

Der Lebendige FrauenKalender zeigt den Überblick über 12 Veranstaltungen 2020. Dieser ist kostenlos und liegt in vielen öffentlichen Einrichtungen, Volkshochschulen, Touristikbüros und der Ostfriesischen Landschaft aus.

Informieren können sich Interessierte auch im Internet unter: www.emden.de/frauenlebeninostfriesland oder http://teetied-ostfriesland.de/allgemein/frauenleben-in-ostfriesland/.

Der "Lebendige Frauenkalender" steht auch hier zum Download bereit: 

-> Lebendiger Frauenkalender 2020 [PDF]


Übrigens: Männer sind zu den Veranstaltungen ausdrücklich erwünscht. 

Für weitere Auskünfte steht die Lenkungsgruppe des "Runden Tisches FrauenLeben in Ostfriesland" gerne zur Verfügung:

Birgit Ehring-Timm 
Gleichstellungsbeauftragte Stadt Aurich 
Bgm.-Hippen-Platz 1 26603 Aurich
Tel.: 04941 / 12 - 19 00
E-Mail: ehring-timm@stadt.aurich.de 

Okka Fekken 
Gleichstellungsbeauftragte Stadt Emden
Frickensteinplatz 2 
26721 Emden 
Tel. 04921 / 87 - 12 99 
E-Mail: Fekken@emden.de 

Tomke Hamer 
Gleichstellungsbeauftragte Stadt Leer
Rathausstraße 1
26789 Leer
Tel.: 0491 / 97 82-315
E-Mail: tomke.hamer@leer.de 

Elke Kirsten 
Gleichstellungsbeauftragte Stadt Norden 
Am Markt 19 
26506 Norden 
Tel.: 04931 / 923 - 407 
elke.kirsten@norden.de

Hilfsangebote für schwangere geflüchtete Frauen

Schwanger und Sie haben viele Fragen?
Hilfetelefon „Schwangere in Not“. Wir sind für Sie da – vertraulich.
Der Anruf ist kostenlos: 0800 - 40 40 020
www.schwanger-und-viele-fragen.de

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Support hotline „Pregnant and in need“
We are there to help – in confidence.
This call is free of Charge:  0800 - 40 40 020
www.schwanger-und-viele-fragen.de

Trudni ste i imate mnoga pitanja?
Telefon za pomoc „Trudnica u nevolji“
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Poziv je besplatan:  0800 - 40 40 020
www.schwanger-und-viele-fragen.de

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L’appell est gratuit: 0800 - 40 40 020
www.schwanger-und-viele-fragen.de